Biokraftstoffe

Deutsche Werke produzieren weniger Bioethanol

An der Tankstelle haben Autofahrer die Wahl zwischen verschiedenen Ethanolanteilen im Benzin.
Foto: BDBe
An der Tankstelle haben Autofahrer die Wahl zwischen verschiedenen Ethanolanteilen im Benzin.

Das Bioethanol an deutschen Tankstellen stammt zu einem erheblichen Teil aus Importen. Für den Verbrauch ist die Ethanollobby zuversichtlich.

In den deutschen Anlagen, die Bioethanol als Bestandteil von Kraftstoffen herstellen, ist die Produktion 2018 im zweiten Jahr in Folge gesunken. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) berichtet für die Anlagen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bayern 2018 von einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf insgesamt 613.000 t. Bereits 2018 war die Produktion um 9 Prozent kleiner als 2017 ausgefallen.

Getreide wichtigster Rohstoff für Ethanol

Rohstoffdaten liefert die BLE, die außer der Produktion für Kraftstoffe auch die Bioethanolmengen erfasst, die für industrielle Verwendungen oder als Rohstoff für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie vorgesehen sind. Für die Gesamterzeugung von mehr als 750.000 t Bioethanol 2018 hat die BLE ermittelt, dass davon gut 78 Prozent aus Getreide und rund 21 Prozent aus Zuckerrübenstoffen hergestellt worden ist. Weniger als 1 Prozent stammte aus Rest- und Abfallstoffen zum Beispiel aus der Lebensmittelindustrie, teilt der BDBe ergänzend mit.

Verbrauch 2018 gestiegen, 2019 jedoch auf dem Rückzug

Gestiegen ist 2018 der Absatz an deutschen Tankstellen, wo sich Bioethanol in den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) befindet oder im Antiklopfmittel ETBE. Den gesamten Verbrauch 2018 beziffert das Bafa auf fast 1,2 Mio. t. Er lag etwa 3 Prozent höher als im Vorjahr. Für den deutschen Benzinmarkt 2018 errechnet der BDBe einen Bioethanolanteil von 6,3 Volumen-Prozent. Angesichts einer deutschen Produktion 2018 von 613.000 t bedeutet dies, dass fast die Hälfte des Verbrauchs aus Importen stammt.
Datenerfassung bei verschiedenen Behörden
Für die Produktionsdaten für die deutsche Bioethanolproduktion ist seit 2018 die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zuständig. Davor hatte die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) alle Daten erfasst, die mit der Alkoholherstellung zu tun hatte – unabhängig davon, ob es sich um den Treibstoffzusatz oder um Schnaps handelte. Den Ethanolverbrauch im Kraftstoff, sei es als Beimischung von Ethanol oder als Antiklopfmittel ETBE (Ethyl-tertiär-butylether) ermittelt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Das Bafa unterscheidet jedoch nicht, ob das Ethanol in Deutschland hergestellt oder aus dem Ausland importiert worden ist.

Im ersten Quartal 2019 ist allerdings Schluss mit Wachstum. Das Bafa weist in ihren monatlichen Statistiken für Januar bis März 2019 einen 11 Prozent geringeren Ethanolverbrauch im Benzin aus als im gleichen Zeitraum 2018.

Hoffnungen auf das deutsche Klimaschutzgesetz

Dennoch ist der BDBe für 2019 zuversichtlich, dass der Verbrauch wieder steigen wird. Der Verband schöpft Hoffnung aus dem deutschen Klimaschutzgesetz, das bis Jahresende auf den Weg gebracht werden soll. Hinzu kommt der gesetzlich verankerte Anstieg der Treibhausgasminderungsquote für alle Kraftstoffe von 4 auf 6 Prozent ab 2020. Hiervon verspricht sich der BDBe ebenfalls positive Auswirkungen auf den deutschen und europäischen Bioethanolmarkt, die sich bereits 2019 auswirken sollen.

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