Biokraftstoffe

Verbio leidet unter Preisdruck

Der Absatz läuft rund, aber schwache Biodieselpreise machen der Verbio AG zu schaffen. Auch im neuen Geschäftsjahr sind die Erwartungen gedämpft. Bessere Zukunftsperspektiven verspricht Biomethan.

Verbio verbuchte im Geschäftsjahr 2017/18 (Juli/Juni) einen Rückgang des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent auf 686 Mio. €. Das Unternehmen begründet die geringeren Erlöse mit niedrigeren Verkaufspreisen. Dagegen hielt sich die Produktionsmenge des Biokraftstoffanbieters aus Leipzig oberhalb der Marke von 700.000 t, die im Vorjahr erstmals erreicht worden war.

Biodiesel legte im Vergleich zum Vorjahr sogar noch leicht zu auf rund 473.000 t – die Kapazitäten waren nach Angaben von Verbio vollständig ausgelastet. Hinzu kamen rund 246.000 t Bioethanol. Hier wurde nicht ganz die hohe Vorjahresproduktion erreicht. Dagegen konnte das Unternehmen die Produktion von Biomethan weiter steigern auf jetzt 608 GWh. Hier sieht der Verbio-Vorstand auch eine große Zukunft. Im Geschäftsjahr 2017/18 sind nach seinen Angaben die bestehenden Biomethananlagen ausgebaut und optimiert worden.

Die Erzeugung von Biomethan aus Stroh betrachtet Verbio als Schlüsseltechnologie.
Foto: Verbio
Die Erzeugung von Biomethan aus Stroh betrachtet Verbio als Schlüsseltechnologie.
Wegen der deutlich gesunkenen Verkaufspreise brachen jedoch die Gewinnkennzahlen ein. Das Unternehmen weist in den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen einen Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 68 Prozent auf rund 22 Mio. € im aktuellen Geschäftsjahr aus. Nach Steuern bleibt unter dem Strich ein Rückgang des Nettogewinns um 71 Prozent auf gut 15 Mio. € in der Periode 2017/18.

Dividende auf Vorjahreshöhe, Ausblick 2018/19 gedämpft

Der Vorstand kündigt an, zur Hauptversammlung Anfang 2019 eine gleichbleibende Dividende von 0,20 € pro Aktie auszuschütten. Vor vier Jahren hatte Verbio erstmals eine Dividende von 0,10 € gewährt, der 2015/16 ein Betrag von 0,15 €/Aktie und 2016/17 die Erhöhung auf 0,20 €/Aktie folgten. Recht pessimistisch ist die Prognose für 2018/19. Unter Zugrundelegung des aktuellen Absatz- und Rohstoffpreisniveaus geht der Vorstand davon aus, auch im Geschäftsjahr 2018/19 ähnlich schwache Ergebnisse wie 2017/18 zu erzielen. Der Vorstand nennt als wesentlichen Grund die „anhaltenden Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche wettbewerbsverzerrende Biodieselimporte“.

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