Der ökologische Landbau nimmt mittlerweile rund 9 Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ein. Auch der Markt für Biolebensmittel legt weiter zu.

Auch in diesem Jahr kann die Biobranche frohe Botschaften verkünden. In 2018 wuchs der Markt für Biolebensmittel in Deutschland um 5,5 Prozent (siehe Tabelle). Damit lag der Umsatz der Biolebensmittelbranche bei fast 11 Mrd. €, wie der Dachverband für die Biobranche "Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft" (Bölw) zur Eröffnung der weltweit größten Messe für Ökoprodukte "Biofach" am heutigen Mittwoch in Nürnberg mitteilt.

Quelle: Arbeitskreis Biomarkt

Bio-Eier liegen vorne

Im Jahr 2018 ist besonders der Umsatz mit Milchgetränken, Mehl und Milchrahmerzeugnissen aus biologischer Erzeugung gestiegen. Für Milchgetränke lag das Wachstum bei rund 16 Prozent, für Mehl bei rund 12,5 Prozent und für Milchrahmerzeugnisse bei rund 9 Prozent. Der Umsatz mit Bio-Konsummilch stieg um rund 6, der Umsatz mit Bio-Eiern um rund 7 Prozent. Für Bio-Eier gilt: Der Marktanteil an der gesamten Verkaufsmenge in 2018 liegt mit 13 Prozent über den Marktanteilen aller anderen Bioprodukte. Bio-Mehl erreicht einen Marktanteil von mehr als 10 Prozent und Bio-Konsummilch liegt bei 9 Prozent Marktanteil. Bei Bio-Geflügel war im vergangenen Jahr der Umsatz rückläufig, der Absatz stieg hingegen um etwa 8 Prozent.

BÖLW

Selbstversorgung soll steigen

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Biolandbau auf rund 20 Prozent der Ackerfläche in Deutschland zu fördern. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Bauernverband darauf hingewiesen, dass dies sei nur erreichbar sei, wenn die Nachfrage weiterhin wachse.
Wachstumsmarkt
In 2017 hatte der Umsatz mit einem Wachstum von 5 Prozent erstmals bei mehr als 10 Mrd. € gelegen. Der gesamte Handelsumsatz mit Lebensmitteln beträgt rund 200 Mrd. €. Nach aktuellen Schätzungen des Dachverbands nimmt der ökologische Landbau mittlerweile rund 9 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ein.

Vor diesem Hintergrund fordert der Vorstandsvorsitzende des Bölw, Felix Prinz zu Löwenstein, den Anteil von Bio in Kantinen auf 20 Prozent zu erhöhen. Einen weiteren Hinderungsgrund für einen Flächenzuwachs auf 20 Prozent könnten Importe von Biolebensmitteln darstellen. Im Jahr 2017 wurden rund 30 Prozent der Nachfrage nach Biomilch durch Importe, überwiegend aus Österreich und Dänemark, gedeckt. Importiert wird auch Biofleisch und Biogetreide. Für zu Löwenstein ist darüber hinaus die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) von entscheidender Bedeutung für einen Flächenzuwachs im ökologischen Landbau. Bio-Landwirte müssten für ihre Leistungen im Rahmen der Fördergelder der GAP honoriert werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) müsse dafür Mittel aus der 1. Säule in die Agrarumweltprogramme der 2. Säule umschichten, so zu Löwenstein.

BÖLW

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