Foto: Verbio

Die Verbio AG beklagt auf ihrer Hauptversammlung mangelnde politische Unterstützung für Biokraftstoffe in Deutschland und Europa und will dort keine neuen Anlagen mehr bauen. Neue Produkte und neue Märkte sollen es künftig richten.


Auf der Hauptversammlung der Verbio AG am Freitag in Leipzig hat Vorstandschef Claus Sauter die Aktionäre auf ein schwächeres Geschäftsjahr eingestimmt. Für 2017/18 seien keine Rekordergebnisse zu erwarten, da politische Unterstützung für Biokraftstoffe fehle. Sowohl aus Brüssel als auch aus Berlin fehlte der benötigte Rückenwind für Biosprit in den Klimaschutzstrategien, um in Deutschland und Europa in neue Biokraftstoffanlagen zu investieren. „Verbio hätte dafür alle Voraussetzungen, die richtigen Technologien und auch die richtigen Produkte. Aber es fehlt der politische Wille“, stellte Sauter dazu klar. Auch aufgrund der drastisch gesenkten Importzölle auf Soja basierten Biodiesel aus Südamerika sei dem Unternehmen das politische Umfeld für weitere Investitionen zu unsicher.

Anlagenbau in Nordamerika

Verbio kündigte an, das Geschäftsjahr 2017/2018 darauf auszurichten, neben der reinen Biokraftstoffproduktion Umsätze mit neuen, hochwertigen Produkten außerhalb des Biokraftstoffmarktes zu realisieren und neue Märkte außerhalb Europas zu erschließen. Dazu will das Unternehmen in die USA expandieren und im Sommer 2018 mit dem Bau der ersten Biomethananlage in Nordamerika beginnen. Indien steht auch im Fokus. 

Im Geschäftsjahr 2016/2017 erwirtschaftete Verbio einen Konzernumsatz von 726,4 Mio. €, was einem Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen Ebitda von 92,4 Mio. € und einem Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen Ebit von 70,7 Mio. € wurde ebenfalls die Vorjahresmarke übertroffen. Die Eigenkapitalquote wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,7 Prozent auf 79,4 Prozent erhöht. Die anwesenden Aktionäre stimmten einer Dividendenausschüttung von 20 Cent je dividendenberechtigter Aktiezu, was einer Steigerung um 30 Prozent zum Vorjahr entspricht. 


Alle Unternehmenssegmente zeigten im vergangenen Geschäftsjahr 2016/2017 eine positive Entwicklung. Im Segment Biodiesel wurden Umsatzerlöse in Höhe von 471,6 Mio. € erzielt, was einem Umsatzzuwachs von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Es wurden 473.382 t Biodiesel produziert, womit sogar die Rekordproduktion des vorherigen Jahres erneut übertroffen wurde. Die Anlagenauslastung betrug 101 Prozent.

 

Im Bereich Bioethanol/Biomethan wurde eine Umsatzsteigerung von 10,4 Prozent erreicht. Der Gesamtumsatz lag bei 245,2 Mio. €. Mit einem operativen Ergebnis 52,4 Mio. € wurde in diesem Segment erneut ein Rekordwert erzielt und damit das Ergebnis um 24 Prozent zum Vorjahr verbessert.

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