Blauzungenkrankheit

Sperrgebiet in Hessen ausgeweitet


Die Blauzungenkrankheit ist auf dem Vormarsch. Wegen weiterer Fälle in den angrenzenden Bundesländern ist nun das Sperrgebiet in Hessen ausgeweitet worden. Das Landwirtschaftsministerium ruft zu Impfungen auf.

Seit Jahresbeginn wurden aus Baden-Württemberg 13 weitere Ausbrüche der Blauzungenkrankheit in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach sowie der Stadt Freiburg gemeldet. Aktuell erfolgten zudem Nachweise der Tierseuche in Rheinland-Pfalz (Kreis Trier-Saarburg und Zweibrücken) sowie dem Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), teilte heute das hessische Landwirtschaftsministerium mit. 

Der Mitteilung nach muss um jeden Ausbruchsbetrieb ein Sperrgebiet mit einem Radius von mindestens 150 km eingerichtet werden. Damit weitet sich das bereits bestehende Sperrgebiet auch auf die hessischen Landkreise Limburg-Weilburg, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, Main-Taunus und Offenbach sowie die kreisfreien Städte Frankfurt am Main, Offenbach und Wiesbaden aus. Die vier südhessischen Landkreise (Bergstraße, Odenwaldkreis, Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie die Stadt Darmstadt) lagen bereits, in Folge des am 12. Dezember 2018 in einem Rinderbetrieb im Landkreis Rastatt in Baden-Württemberg festgestellten Ausbruchs der Blauzungenkrankheit, im eingerichteten Sperrgebiet.

Viehhandel aus den Sperrgebieten nur mit Impfung

Das hessische Landwirtschaftsministerium weist Tierhalter darauf hin, dass Rinder, Schafe und Ziegen ohne Impfung nicht aus dem Sperrgebiet ausgeführt werden dürfen. Die Sonderregelung einer virologischen Blutuntersuchung gelte nur noch bis Ende Februar. Daher sei es zwingend erforderlich, Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände in Hessen zeitnah impfen zu lassen. So könnten Wiederkäuer wirksam vor einer Infektion mit dem Virus geschützt und Tiere aus den Sperrgebieten heraus gehandelt werden.

Das Sperrgebiet werde wegen rechtlicher Vorgaben mindestens zwei Jahre bestehen bleiben müssen. Halter von Wiederkäuern, wie Rinder, Schafe und Ziegen, deren Tierhaltung im Sperrgebiet liegt, müssen diese bei der zuständigen Veterinärbehörde melden, sofern noch nicht geschehen. Außerdem gelten Beschränkungen für den Handel mit diesen Tieren,  insbesondere dann, wenn sie in Regionen verbracht werden sollen, in denen die Krankheit bisher nicht aufgetreten ist. Weitere Auskünfte gibt es bei den Ämter für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in den betroffenen Landkreisen und kreisfreien Städten.

Übertragung durch Mücken
Die Blauzungenkrankheit ist eine nichtansteckende Erkrankung bei Wiederkäuern, welche durch das Bluetongue-Virus (Blauzungen-Virus, BTV) verursacht wird. Das Virus wird von blutsaugenden Mücken von Tier zu Tier übertragen und auf diesem Wege verbreitet. Das Virus kann bis zu 60 Tage im Blut infizierter Wiederkäuer zirkulieren und mit modernen Diagnostikmethoden nachgewiesen werden.

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