Die Trockenheit des Jahres 2018 lässt den landwirtschaftlichen Produktionswert um 5,5 Prozent sinken. Besonders die Körnermaisernte musste große Einbußen verkraften.

Das Bonner Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) schätzt den Produktionswert der deutschen Landwirtschaft für das Jahr 2018 auf 53,2 Mrd. €. Das bedeutet einen Rückgang um 5,5 Prozent oder 3,6 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr. Die seit Februar anhaltende Trockenheit gilt als Hauptursache für diesen Rückgang.

Am härtesten traf es den Körnermais, dessen Ernte sich mit 2,3 Mio. t. (2017: 4,5 Mio. t) halbiert. Der Produktionswert liegt laut Schätzungen des BZL jedoch nur um 112 Mio. €. Bei den Zuckerrüben macht sich der Preisrückgang am Weltmarkt bemerkbar. Beim Erlös wird eine Halbierung auf 675 Mio. € im Vergleich zu 2017 (1,1 Mrd. €) erwartet.

Die Getreideernte fällt im Vergleich zum Vorjahr um 20,5 Prozent geringer aus. Die für das Jahr 2018 ermittelte Getreideernte beträgt knapp 36 Millionen Tonnen (2017: 45 Mio. t). Bei allen Getreidearten sind große Mengeneinbußen zu verzeichnen. Der durchschnittliche Verkaufserlös beläuft sich nach der ersten Schätzung auf 167 Euro pro Tonne und steigt damit erneut (2017: 148 Euro/t). Der geschätzte Gesamtproduktionswert für Getreide beläuft sich auf knapp sechs Milliarden Euro (2017: rund 6,7 Mrd. Euro).

Eine geringe verwendbare Erzeugung von 8,4 Millionen Tonnen bei Futtergerste kann in 2019 zu Preissteigerungen bei Mischfuttermitteln führen. Bei Futterpflanzen bleibt der Produktionswert mit 3,3 Milliarden Euro unterhalb der Ergebnisse des vergangenen Jahres (2017: 4,7 Mrd. Euro).

Bei Zuckerrüben ist ein deutlicher Preisrückgang am Weltmarkt erkennbar, was einen Einfluss auf die Vertragspreise für den Rübenanbau in Deutschland hat. Erste Schätzungen gehen, verglichen mit 2017, von einem 10-prozentigen Preisrückgang auf 26 Euro pro Tonne aus (2017: 29 Euro/t). Die Erntemenge wird mit 27 Millionen Tonnen deutlich unter der Vorjahresmenge von 32 Millionen Tonnen liegen. Erwartet wird ein Erlös von 675 Millionen Euro, weit unter dem Wert von 2017 mit 1,1 Milliarden Euro.

Die Kartoffelernte wird mit 8,7 Millionen Tonnen ebenfalls deutlich unter der Vorjahresmenge von 10,4 Millionen Tonnen liegen. Für 2018 wird ein Durchschnittspreis von 195 Euro pro Tonne geschätzt (2017: 182 Euro/t). Der Produktionswert liegt bei 1,7 Milliarden Euro.

Für den Produktionswert der pflanzlichen Erzeugung wird insgesamt verglichen mit dem Jahr 2017 mit einem Minus von knapp zehn Prozent gerechnet. Er wird auf 23 Milliarden Euro geschätzt (2017: 26 Mrd. Euro). 


Bild: BLE


Die Erzeugung von tierischen Nahrungsmitteln blieb stabil. Insgesamt wurden Waren im Wert von 27,2 Mrd. € produziert (2017: 27,3 Mrd. €). 

Die tierischen Erzeugnisse (wie Milch- und Fleischproduktion) verzeichnen beim Produktionswert ein Minus von etwa 6,2 Prozent und erzielen aufgrund der teilweise rückläufigen Preise einen Gesamtwert von etwa 12,5 Milliarden Euro (2017: 12,7 Mrd. Euro). In der Tierproduktion wird mit geschätzten 14,7 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis leicht übertroffen (2017: 14,6 Mrd. Euro).

Von Januar bis September 2018 wurde bei deutschen Molkereien mit etwa 32 Millionen Tonnen insgesamt 1,4 Prozent mehr Milch angeliefert als im Vorjahr (2017: 31 Mio. t). Die Milcherzeugerpreise in Deutschland lagen mit 34,3 Cent pro Kilogramm Milch unter denen des Vorjahres (2017: 37 Cent/kg). Mit erwarteten elf Milliarden Euro Produktionswert ist die Milcherzeugung weiterhin die größte Position bei den tierischen Erzeugnissen (2017: 11,7 Mrd. Euro).

Bei einem leicht gestiegenen Schlachtvolumen von 2,11 Millionen Tonnen Lebendgewicht (2017: 2,06 Mio. t LG) und um knapp ein Prozent gestiegenen Preisen bei Rindern wird ein Produktionswert von 3,8 Milliarden Euro errechnet (2017: 3,5 Mrd. Euro). Pro Tonne Schlachtgewicht wird bei Rindern (ohne Kälber) ein Durchschnittspreis von 3.374 Euro geschätzt und damit das Vorjahresergebnis von 3.325 Euro pro Tonne knapp übertroffen. Schlachtrinder (inklusive Kälber) werden einen Produktionswert von über vier Milliarden Euro erreichen (2017: 3,7 Mrd. Euro).

Bei Schweinen wird bei einem unveränderten Schlachtvolumen von etwa fünf Millionen Tonnen Schlachtgewicht der Schlachtschweinepreis mit 1.434 Euro pro Tonne Schlachtgewicht rückläufig sein (2017: 1.632 Euro/t). Der erwartete Produktionswert liegt bei etwa 7,2 Milliarden Euro.

Im Bereich Geflügel wird mit einem um zwei Prozent niedrigeren Preis von 1.161 Euro pro Tonne, aber mit einer um rund 6,6 Prozent höheren Erzeugung von 1.797 Millionen Tonnen (2017: 1.793 Mio. t) gerechnet. Der Produktionswert wird auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt (2017: 2,3 Mrd. Euro).

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