Boeing-Airbus

Flugzeugsubventionen bedrohen transatlantischen Agrarhandel


Eine Boeing 787 mit Werksbemalung
Dave Sizer from Seattle, WA, USA
Eine Boeing 787 mit Werksbemalung

Die EU hat vor der WTO geklagt, weil die USA ihren heimischen Flugzeughersteller Boeing unterstützen. Die EU-Kommission stellt vorsorglich eine Sanktionsliste zusammen. Auch Weizen steht drauf.

Die Welthandelsorganisation (WTO) räumt der EU Schäden durch das Wirtschaftsverhalten der USA ein. Grund sind die Subventionen an den us-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing. In der Folge erstellt die EU-Kommission eine vorläufige Sanktionsliste. Produkte im Wert von 20 Mio. $ sind dort aufgeführt, darunter auch zahlreiche Agrarprodukte wie Weizen, Sojaöl, Wein, Spirituosen und Zitrusfrüchte. Die EU-Kommission hat parallel dazu eine Internetbefragung gestartet, um Einschätzungen zu den ausgesuchten Sanktions-Produkten einzuholen.

Schäden liegen bei jährlich 12 Mrd. $

EU-Handelskommissar Cecilia Malmström betonte, eine Verständigungslösung mit den USA sei ihr viel lieber als Handelssanktionen. Aber die EU müsse sich auf alle Fälle vorbereiten. Die WTO bescheinigte der EU Schäden in Höhe von jährlich 12 Mrd. $ durch die wettbewerbsverzerrenden Subventionen für Boeing, unter denen Airbus zu leiden habe. Obwohl die Liste zahlreiche Agrarprodukte enthalte, wolle die EU damit nicht Öl ins Feuer der anlaufenden Handelsgespräche mit den USA schütten, betonte der Sprecher von Malmström. Agrarprodukte stünden bereits auf der geltenden EU-Sanktionsliste wegen der erhöhten Einfuhrzölle für Stahl und Aluminium. Die USA klagen ihrerseits vor der WTO weil die EU Airbus unterstützt. Deshalb haben auch die US-Amerikaner kürzlich eine Sanktionsliste über 11,2 Mrd. $ erstellt, auf der unter anderem Wein und Käse aus der EU stehen.

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