Der US-Konzern setzt auf einen wachsenden Bedarf an Ölen und Ölschroten in Südamerika. Ein dortiger Mischkonzern wiederum will sein Agrargeschäft verschlanken.

Archer Daniels Midland (ADM) will Standorte zur Sojabohnenverarbeitung des brasilianischen Mischkonzerns Algar kaufen. Stimmen die brasilianischen Regulierungsbehörden zu, soll die Transaktion noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, teilte ADM jetzt mit. Konkret geht es um Standorte zur Ölsaatenverarbeitung der Algar-Tochter Algar Agro in den brasilianischen Bundesstaaten Minas Gerais und Maranhao.

ADM setzt darauf, dass der brasilianische Ölsaatenmarkt weiter wächst und sieht auch den globalen Markt für Schrot und Öl expandieren. Findet die Übernahme wie geplant statt, werden ADM die Algar-Anlagen zum Ölsaaten-Crush, zur Raffinierung und zur Abpackung von Öl in Flaschen in den beiden Bundesstaaten gehören. Außerdem werde der Konzern Zugang zu Erfassungsstandorten von Algar im Nordosten und Südosten Brasiliens erlangen, so ADM weiter.

Tourismus statt Bohnen

Die Algar-Gruppe wiederum will Teile ihres Agrarportfolios abstoßen und sich auf den Anbau von Getreide statt auf die Verarbeitung und den Vertrieb von Sojabohnen konzentrieren. Generell setze die Gruppe verstärkt auf ihre Geschäftsfelder Telekommunikation sowie Entertainment & Tourismus, teilte deren Vorstand mit.

ADM verarbeitet in Brasilien bereits Sojabohnen an mehreren Standorten, crusht Sonnenblumensaat und betreibt Biodiesel-Raffinerien. Die US-Amerikaner produzieren und verkaufen Speiseöle und unterhalten ein Netzwerk von Silostandorten mit einer Gesamtkapazität von 2,2 Mio. t.

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