Brexit

No-Deal-Brexit schafft Zulassungsstau

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wird bei einem ungeregelten Brexit aufwändiger.
Foto: Amazone
Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wird bei einem ungeregelten Brexit aufwändiger.

Auf Pflanzenschutzmittelhersteller kommt bei einem Brexit ohne Abkommen neben den Zollhürden ein weiteres gewichtiges Problem zu. Sie sorgen sich um Engpässe bei der Zulassung.

Die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexits ist hoch. Darauf bereiten sich auch die Pflanzenschutzanbieter in Deutschland vor, insbesondere Unternehmen mit Standorten im Vereinigten Königreich. So haben etwa die BASF und Nufarm interdisziplinäre Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit den Auswirkungen für den Handel, die Regulierung und auch auf die Fachkräftemobilität befassen. Die BASF beschäftigt rund 900 Mitarbeiter in Großbritannien, die sich auf zwölf Standorte verteilen. Im BASF-Produktionszentrum Littlehampton werden unter anderem Innovationen im biologischen Pflanzenschutz entwickelt. Der australische Anbieter Nufarm betreibt mit 380 Mitarbeitern in Wyke bei Leeds sein größtes Werk weltweit zur Herstellung von Phenoxy-Herbiziden.

Andere Unternehmen wie Bayer und Adama haben keine Produktionsstandorte im Vereinigten Königreich, aber mögliche Zollhürden beschäftigen sie auch. So könnten durch Zollverfahren und -kontrollen Verzögerungen in der Lieferkette auftreten, lauten die Befürchtungen. Um einen reibungslosen Warentransfer zu gewährleisten, arbeiten die Unternehmen an zollrechtlichen Vereinfachungen mit den britischen Behörden.

Produktzulassungen in zwei Systemen zu beantragen 

Als viel schwieriger werden aber die regulatorischen Hürden etwa bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln eingeschätzt. Denn das Vereinigte Königreich ist ein zentraler Mitgliedstaat im Rahmen der zonalen EU-Zulassung für die Bewertung von Wirkstoff- und Formulierungsdossiers. Engpässe bei der Zulassung in anderen Mitgliedstaaten würden sich verschärfen und die Zulassungen noch weiter deutlich verzögern, auch weil Produktzulassungen dann in zwei Systemen beantragt werden müssten, befürchten die Anbieter. Davon betroffen wären auch Zulassungen von Chemikalien im Rahmen der EU-Verordnung REACH, denn der Zulassungsinhaber muss in der EU ansässig sein.

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