Bundeskartellamt

Harry-Brot darf expandieren


Harry Brot

Das Großunternehmen übernimmt einen Produktionsstandort von Kronenbrot. Die Wettbewerbsbörden geben grünes Licht.

Das Bundeskartellamt hat den Erwerb des Produktionsstandorts Witten der insolventen Großbäckerei Kronenbrot durch die Harry-Brot GmbH, Schenefeld, freigegeben. An diesem Standort wird Toast- und Sandwichbrot hergestellt. „Harry-Brot ist mit Marktanteilen von über 30 Prozent neben der Großbäckerei Lieken einer der beiden Marktführer bei abgepacktem Brot. Trotzdem ist die Übernahme eines Produktionsstandorts von Kronenbrot aus wettbewerblicher Sicht unproblematisch. Die Kunden der Großbäckereien sind die großen, nachfragestarken Lebensmitteleinzelhandelsketten. Für diese gibt es auch nach der Fusion hinreichende Ausweichalternativen. Im Markt bestehen genügend freie Produktionskapazitäten“, begründet Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, die Entscheidung seines Hauses. Außerdem hätten die Handelsketten die Möglichkeit, eigene Produktionskapazitäten im Backbereich aufzubauen und hätten dies zum Teil auch bereits getan.

Harry-Brot und Kronenbrot sind industrielle Großbäckereien, die an verschiedenen Standorten Brot- und Backwaren für den Lebensmitteleinzelhandel herstellen. Kronenbrot hat im Jahre 2016 Insolvenz angemeldet. Die Produktion in Witten wurde Ende Juli 2019 eingestellt. Durch die Übernahme erwirbt Harry-Brot zusätzliche Produktionskapazitäten.

In Abgrenzung zu frischen Brotwaren geht das Bundeskartellamt laut eigenen Angaben von einem Markt für die Herstellung und Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels mit abgepackten Brot aus, zu dem auch das Segment Toast- und Sandwichbrot gehört. Eine Unterscheidung zwischen Hersteller- und Handelsmarken sei nicht vorzunehmen, da in der Produktion kaum Unterschiede bestehen würden, die Hersteller oft beides in ihrer Produktionslinie herstellten und die Preisunterschiede überschaubar seien.

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