Burg Warberg

Branche übt für gemeinsame Digitalstrategie


Der Wandel von analog zu digital treibt die Agrarwirtschaft um. Etablierte Branchenvertreter "brainstormen" in der Bundeslehranstalt gemeinsam. Konkurrenzgedanken sollten außen vor bleiben, meinen die Teilnehmer.

Mitte Februar stand der digitale Betrieb bereits im Mittelpunkt der DLG-Wintertagung. Doch nicht nur Landwirte diskutieren, wie sie den digitalen Wandel mitgestalten wollen und vielleicht sogar müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch der Agrarhandel, Wissenschaftler, Zuchtunternehmen und Pflanzenschutzhersteller trafen sich in der vergangenen Woche zu den "AgriInnovationDays" der Bundeslehranstalt Burg Warberg. Unter bekannte Gesichter wie Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer Bayer Crop Science Deutschland oder Vertretern der Baywa AG und der Saaten-Union mischen sich Nachwuchsunternehmer aus der Start-up Szene. Sie wollen der Branche Lösungen bieten, um kosteneffizienter zu arbeiten.

So stellten die Gründer der Agrora GbR aus Berlin, Michael Kade und Hauke Jaeschke, vor, wann sich eine Blockchain für die Digitalisierung bestimmter Bereiche des Agrarhandels eignet. Dazu zählen, nach Ansicht von Kade und Jaeschke, das Auditing von Prozess- und Lieferketten, um transparent entlang der Lieferkette zu dokumentieren. Geeignet ist die Blockchain ebenso dafür, Handelspartner, die möglicherweise am anderen Ende Deutschlands oder gar im Ausland sitzen, zu verifizieren. Das schützt vor Datenmanipulation. Referenten, wie Prof. Reza Asghari vom Entrepreneurship Center in Wolfenbüttel, vermittelten den Zuhörern vor allem, Start-ups als Impulsgeber zu betrachten.

Prof. Reza Asghari, Entrepreneurship Center in Wolfenbüttel, propagiert die Geisteshaltung von Start-ups: Innovation fängt da an, wo Konvention aufhört.
Foto: has
Prof. Reza Asghari, Entrepreneurship Center in Wolfenbüttel, propagiert die Geisteshaltung von Start-ups: Innovation fängt da an, wo Konvention aufhört.


Zwar schadet es grundsätzlich nicht, Neues skeptisch zu hinterfragen. Doch auf der Burg Warberg herrschte ebenso Aufbruchstimmung. Man möchte den Anschluss nicht verpassen, und vor allem kursierte der Gedanke, sich zusammenzutun, um langfristig eine digitale Strategie zu entwickeln. Anwesende waren der Meinung, dass der Konkurrenzgedanke hintenanstehen müsse, um die Agrarbranche gemeinsam klug aufzustellen. Der Anfang wurde auf Burg Warberg gemacht: In kleinen Runden, sogenannten "Innovationtables", wurde Ideen und Pläne geschmiedet, um die Rolle des Agrarhandels für die Zukunft zu gestalten.

Der az-Report Agrarlogistik, der im Mai erscheinen wird, stellt die Möglichkeiten von Blockchains im Agrarhandel vor.
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