Cannabis

Deutsche Landwirte sehen sich benachteiligt


Seit rund einem Jahr ist Cannabis für medizinische Zwecke auch in Deutschland salonfähig. Allerdings ist es für deutsche Landwirte und Gärter nahezu unmöglich, eine Anbaulizenz zu erhalten. Das OLG Düsseldorf soll Ende März den Streit schlichten.

Medizinalhanf ist seit März 2017 für Schwerkranke auf Rezept freigegeben. Mit der Kultivierung könnte sich auch für deutsche Landwirte oder Gärtner eine kleine neue Einkommensquelle ergeben. Laut der Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) gibt es durchaus interessierte Landwirte und Gärtner. Allerdings ist der bürokratische Aufwand, um einen Liefervertrag zum Anbau von Medizinalhanf zu erlangen, sehr hoch. Deutsche Landwirte sehen sich benachteiligt.

Die Vergabe des Anbaus erfolgt über ein Ausschreibungsverfahren, das die Cannabisagentur als eine Abteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte steuert. Voraussetzung für einen Liefervertrag sind allerdings Referenzen über den Anbau, die Verarbeitung und die Lieferung von Arzneipflanzen aus den vergangenen drei Jahren und über mindesten 50 kg. Weil deutsche Firmen und Landwirte dies nicht nachweisen können, da der Anbau bis vor Kurzem nicht erlaubt war, ziehen sie jetzt vor Gericht.

Für Bernhard Rüb von der LWK NRW ist das ein Unding: „Wir wollen, dass seriöse deutsche landwirtschaftliche Unternehmen die Möglichkeit bekommen, sich zu bewerben." Eine Klage ist vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf anhängig. Das Verfahren wird am 28. März 2018 behandelt. Derweil muss Medizinalhanf aus anderen Ländern importiert werden.

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