Textur, Geruch und Geschmack sind einem echten Steak täuschend ähnlich.
Foto: Aleph Farms
Textur, Geruch und Geschmack sind einem echten Steak täuschend ähnlich.

Das "Clean Meat“-Start-up sammelt 12 Mio. US-Dollar. Auch Größen wie der US-Agrargkonzern Cargill und Migros investieren in die In-Vitro-Technologie.

Die Aleph Farms Ltd. hat sich auf die Züchtung von Fleischzellen in einem Inkubator spezialisiert. Das Unternehmen aus Aschdod im Süden Tel Avivs ist nach eigenen Angaben das erste, das Fleischstücke direkt aus Rinderzellen herstellt. Bisher ist diese Produktionsmethode noch so teuer, dass ein Kilogramm In-Vitro-Fleisch rund 1.000 US-Dollar kostet. Bereits in wenigen Jahren planen die Israelis, mehrere Milliarden US-Dollar mit ihrem „Steak aus Zellkulturen“ umzusetzen.

Dafür sammelte das Start-up nun frisches Kapital: Geldgeber sind eine Gruppe von klassischen „Venture Capitalists“ sowie VisVires New Protein (VVNP) aus Singapur, der US-amerikanische Agrarkonzern Cargill und M-Industry, ein Tochterunternehmen der Schweizer Migros-Gruppe. Auch die bisherigen Investoren Strauss Group, Peregrine Ventures, CPT Capital, Jesselson Investments, New Crop Capital, USA und Technion Investment Opportunity Fund beteiligten sich an der neuen Finanzierungsrunde. So kamen insgesamt 11,65 Mio. US-Dollar frisches Kapital zusammen, wie das Unternehmen mitteilte.

Aleph treibt Upscaling-Prozess voran

VVNP-Gründer Matthieu Vermersch wertet den hohen Finanzzufluss als „Zuspruch des Vertrauens in die führende 3DTechnologie von Aleph Farms und seine Fähigkeiten, echte Rindersteaks aus Zellkulturen herzustellen“. Die neuen Finanzmittel will Aleph Farms vor allem in der Produktentwicklung einsetzen, um die Herstellung von schlachtfreien Steaks zu beschleunigen. Bisher ist die Züchtung von Fleisch aus Zellkulturen sehr aufwendig, die Produktionsmengen sehr klein. Bis dato muss noch ein großtechnischer Maßstab gefunden werden, um rentabel zu produzieren. Das junge Unternehmen arbeitet eng mit den Aufsichtsbehörden zusammen. Ziel ist es, dass die neuartigen „Clean Meat“- Produkte absolut sicher, gesund und ordnungsgemäß gekennzeichnet sind.


Aleph Farms wurde 2017 mitbegründet von dem israelischen Gründerzentrum für Lebensmitteltechnologie The Kitchen, ein Teil der Strauss Group Ltd., und von Technion. Die Erzeugung von Fleisch aus tierischen Muskelzellen im Labor wird hierzulande als Alternative zur konventionellen Produktion allgemein akzeptiert. Das geht aus einer Untersuchung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hervor, für die Experten und Vertreter relevanter Akteure sowie Bürger befragt wurden. Demnach sieht eine Mehrheit der Befragten im In-Vitro-Fleisch eine von mehreren möglichen Alternativen zur Tierproduktion.

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