Climate Corporation

Bayer-Tochter baut digitale Dienste aus


Die digitale Anwendung Field View kommt bereits auf mehr als 24 Mio. ha zum Einsatz.
Bayer
Die digitale Anwendung Field View kommt bereits auf mehr als 24 Mio. ha zum Einsatz.

In den USA soll ein Vorhersagemodell für Saatgut auf den Markt kommen. Auch digitale Module zur Krankheitserkennung und Düngung hat die Bayer-Tochter Climate Corporation in der Pipeline.

Den US-Farmern stehen bald neue digitale Tools zur Verfügung, die ihre Arbeit erleichtern sollen. Die Bayer-Tochter Climate Corporation, die vormals zu Monsanto gehörte, arbeitet daran mit Hochdruck. Mit dem Seed Advisor will das Unternehmen Saatguthändlern ein Vorhersagemodell bieten, das die besten Hybridsorten standortangepasst für jeden einzelnen Schlag voraussagen kann. Basis dafür ist die firmeneigene Saatgutbibliothek in Kombination mit regionalen Ertragsergebnissen. Die Tests in den US-Bundesstaaten Iowa, Illinois und Minnesota mit Mais im vergangenen Jahr seien viel versprechend, so Bayer. Landwirte und Händler hätten auf rund 40.500 ha Maisfläche das Tool mithilfe des Climate Field View Innovators Programm ausprobiert und einen durchschnittlichen Ertragsvorteil von 612 kg/ha  festgestellt. In diesem Jahr sollen mit Wisconsin, Indiana und Missouri weitere Testregionen hinzukommen und das Tool auch für den Sojaanbau erweitert werden. Die Markteinführung ist für Herbst 2019 in den USA geplant.

Darüber hinaus arbeitet die Climate Corporation mit Sitz in San Francisco an einer digitalen Lösung zur Krankheitsfrüherkennung. Bislang sind laut Bayer 15 Mais- und Sojakrankheiten im Portfolio. In Kürze sollen Weizen, Baumwolle und einige Spezialkulturen folgen. Darüber hinaus soll auch der Fungizideinsatz optimiert werden können. Auch könnte die Düngung mit Hilfe variabler Düngekarten effzienter gestaltet werden. Derzeit testet und validiert die Climate Corporation Modelle, um Feldzonen zu identifizieren, die sich für eine variable Stickstoffanwendung eignen. Solche Düngekarten sollen neben den USA auch in Brasilien und Argentinien für die Kulturen Soja, Raps und Weizen entwickelt werden.

Als Basis für diese Weiterentwicklungen dient die Climate Field View-Plattform, die 2015 eingeführt wurde. Mit diesem analysegestützten digitalen Tool können Landwirte ihre Felddaten auswerten, dabei werden Wetter- und Felddaten miteinander verknüpft, um den Gesundheitszustand der Bestände zu visualisieren, Erträge zu analysieren und letztlich Prognosen zu erlauben. Nach Angaben von Bayer wird Field View auf mehr als 24 Mio. ha in den USA, Kanada, Brasilien und Europa eingesetzt.

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