Corona-Schutz

Die Fleischbranche ist startklar

Die Westfleisch SCE hat ihr Impfzentrum bereits eingerichtet und wartet nun auf die Zuteilung von Vakzinen.
Westfleisch
Die Westfleisch SCE hat ihr Impfzentrum bereits eingerichtet und wartet nun auf die Zuteilung von Vakzinen.

In der Fleischwirtschaft laufen die Vorbereitungen für die Impfung gegen das Coronavirus. Ab dem 7. Juni dürfen Betriebsärzte die Beschäftigten immunisieren. Fraglich ist, wie viel Impfstoff geliefert werden kann.

Das Impftempo in Deutschland ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Dennoch gibt es nach wie vor mehr Impfwillige als Impfdosen. In einigen Bundesländern wurde die Priorisierung bei der Impfreihenfolge aufgehoben. Andernorts ist die Gruppe 2 noch nicht vollständig immunisiert.

Für die Fleischwirtschaft waren das keine guten Nachrichten, denn als Teil der kritischen Infrastruktur gehören die Beschäftigten der Branche zur dritten Impfgruppe, die gegenüber dem Rest der Bevölkerung bevorzugt gegen eine Corona-Infektion geschützt werden soll. Die Hoffnungen des Fleischsektors richtet sich nun auf den 7. Juni. Ab diesem Zeitpunkt dürfen dann auch Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden. Beschäftigte der Fleischbranche konnten sich bisher nur um einen Termin in den Impfzentren bemühen oder ihr Glück bei ihrem Hausarzt versuchen.

Kooperation mit Hausärzten

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat man durch eine Zusammenarbeit mit den praktizierenden Hausärzten bereits zahlreiche Beschäftigte impfen können. Aufgrund von Sprachbarrieren hatten viele Produktionsmitarbeiter Schwierigkeiten, selbstständig einen Zugang zu den Hausarzt-Praxen zu bekommen. „Daher haben wir gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten Möglichkeiten erarbeitet, sich in den umliegenden Praxen oder in unseren Räumlichkeiten von diesen Ärzten impfen zu lassen“, teilt die Tönnies-Gruppe auf Anfrage von fleischwirtschaft.de mit. Im Tönnies-Konzern ist man den Medizinern sehr dankbar, „dass sie ihre Freizeit opfern, um Extra-Schichten für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu machen“. Bei Vion haben fast alle Beschäftigten der bayerischen Standorte in Furth im Wald, Vilshofen, Waldkraiburg, Buchloe und Landshut bereits ihre Erstimpfung und einige auch die Zweitimpfung erhalten. Das erklärt der niederländisch-deutsche Fleischkonzern im Gespräch mit fleischwirtschaft.de. Dabei wurden Angebote der Impfzentren in den jeweiligen Landkreisen genutzt. „In allen anderen Vion-Standorten wollen wir mit der Impfung durch unsere Betriebsärzte ab 7. Juni beginnen“, heißt es bei Vion weiter. Die Standorte sind auf die Durchführung der Impfungen vorbereitet. Nachdem die Impfdosen in der vergangenen Woche bestellt wurden, rechnet man in dieser Woche mit einer Mitteilung wie viele Dosen geliefert werden können.

Mitarbeiter werden aufgeklärt

In den Unternehmen der Fleischwirtschaft wurden die Voraussetzungen für eine zügige Impfung durch die Betriebsärzte bereits geschaffen. Westfleisch hat für die 6.000 Mitarbeiter ein zentrales Impfzentrum in einer Halle der konzerneigenen Spedition eingerichtet. Auch bei Müller-Fleisch und Böseler Goldschmaus steht man in den Startlöchern. Durch die seit Monaten laufenden regelmäßigen Testungen habe man viele Erfahrungen in der Organisation, wie der Vergabe von Timeslots und der Einbindung der Kampagne in das Schichtsystem machen können, so ein Sprecher der Müller-Gruppe. In allen Unternehmen sind die Geschäftsführungen bemüht, eine hohe Impfbereitschaft zu erzeugen. Ausländische Mitarbeiter werden in ihren Muttersprachen über die Vorteile der Impfung informiert. Dabei sollen auch Vorurteile ausgeräumt, falsche Informationen richtiggestellt und Gerüchte widerlegt werden.

In den Vereinigten Staaten hatte der börsennotierte Fleischhersteller Tyson Foods bereits Anfang März 1.300 Arbeiter im Schweineschlachthof in Waterloo im US-Bundesstaat Iowa geimpft. Hierzulande hatte der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) Ende März Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aufgefordert, den Unternehmen Impfstoff bereitzustellen.

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
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