Coronavirus

Kräutereinlage hält Viren ab


Jacek Mojski trägt einen Prototyp der neuen Maske.
Foto Facebook SGGW
Jacek Mojski trägt einen Prototyp der neuen Maske.

Polnische Biologen entwickeln einen Luftfilter aus einer Pflanzenmischung. Eingebaut in einer Schutzmaske soll er wirksam vor einer Virusinfektion schützen.

 

Eigentlich befassen sich die Forscher des Instituts für Biologie an der Warschauer Universität für Lebenswissenschaften (SGGW) mit der Verwendung von Pflanzen zur Luftreinigung in Städten sowie in Innenräumen wie Büros, Einkaufszentren oder Flughäfen. Doch angesichts der Corona-Pandemie haben Prof. Mohamed Hazem Kalaji und Dr. Jacek Mojski ihre Forschung auf die Entwicklung eines Luftfilters ausgerichtet, der mit ausgewählten Pflanzenarten in einer persönlichen Schutzmaske Viren abhält.

Auf Photosynthese angewiesen
Wichtig ist es, dass die Pflanzen in der Maske weiterhin Licht absorbieren können, um Photosynthese zu betreiben. „Das ist eine Bedingung für ihre Funktionalität“, betonen die SGGW-Wissenschaftler. Die Masken müssen dazu aber nicht von der Sonne beschienen werden. Raumlicht würde bereits ausreichen, damit die Photosynthese einwandfrei funktioniert. Für einige Stunden könnte sie selbst im Dunkeln arbeiten.
Jetzt melden die Wissenschaftler auf der SGGW-Facebookseite, dass erste Labortests eine 100-prozentige Wirksamkeit dieses Filters gegen Influenzaviren nachgewiesen hätten. Deswegen wollen sie jetzt prüfen, ob die Maske auch das Coronavirus abhält. Denn es hat ähnliche Dimensionen wie ein Grippevirus. Dazu sucht die Warschauer Universität polnische Partner aus den Bereichen Medizin, Biologie oder Biotechnologie, die das Coronavirus für solche Tests bereitstellen.

Die Maske ist nach Angaben der Wissenschaftler wiederverwendbar, leicht, billig in der Herstellung und umweltfreundlich. Den Filter selbst wollen die Warschauer Forscher aber nicht nur in Virenmasken einbauen. Er könnte auch Teil eines Luftreinigungssystems in geschlossenen Räumen wie Krankenhäusern, Labors, Schulen, Büros oder Werkhallen sein.

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  1. Bernhard Albert
    Erstellt 18. April 2020 11:00 | Permanent-Link

    Es erscheint mir unvorstellbar, dass Kräuter in einem solchen Filter längere Zeit überleben können, zudem sind die Möglichkeiten zur Photosynthese in Inneräumen extrem begrenzt. Für die Photosynthese ist neben Licht auch Wasser erforderlich. Mir sind keine Kräuter bekannt, die bei einem so extremen Licht- und Wassermangel überlebensfähig sind. Geht es Ihnen da anders?

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