Bioethanol

Cropenergies setzt auf stabile Weizenpreise

Mit Bioethanol fährt auch der Cropenergies Porsche. Im letzten 24-Stunden-Rennen belegte das Team Platz 24 bei 150 Teilnehmern.
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Mit Bioethanol fährt auch der Cropenergies Porsche. Im letzten 24-Stunden-Rennen belegte das Team Platz 24 bei 150 Teilnehmern.

Die Cropenergies AG, Mannheim, beendet das Geschäftsjahr 2017/18 (März/Februar) schuldenfrei. Höhere Rohstoffpreise dämpfen das Ergebnis.

2017/18 bezeichnet Cropenergies-CEO Joachim Lutz als ein erfreuliches Jahr. Der Umsatz mit Biokraftstoffen und Futtermitteln konnte um zehn Prozent auf 882 (Vorjahr: 802) Mio. € erhöht werden. Das operative Ergebnis lag mit 72 (98) Mio. € wie angekündigt unter dem Rekordwert des Vorjahres. Damit ist der erste Grund für den Rückgang schon genannt. Denn laut Lutz und seinem Vorstandskollegen Dr. Stephan Meeder seien die Anstiege in den drei vergangenen Jahren nicht immer weiter zu toppen. Aufgrund der niedrigen Bioethanolpreise dürften die kommenden Jahre schwierig bleiben. Weiter gestiegen ist der Umsatz. Dazu spricht Lutz ein Lob den Ingenieuren im Unternehmen aus, die unermüdlich daran arbeiten, die Effizienz der Anlagen in Zeitz in Sachsen-Anhalt sowie Werke in Großbritannien, Belgien und Frankreich zu verbessern. So konnte im Geschäftsjahr 2017/18 die Ethanolerzeugung um 12 Prozent auf 1,15 Mio. t Kubikmeter erhöht werden. Die höhere Auslastung steigerte auch die Produktion getrockneter Lebens- und Futtermittel auf 662.000 t. Das Werk Ensus im britischen Wilton trug erstmals zwölf Monate zum Umsatz bei.

Protigrain als neues Zugpferd

Nicht zufrieden ist Vorstandsmitglied Meeder mit den Ethanolpreisen. Sie liegen mit derzeit rund 444 €/m³ deutlich unterhalb des Vorjahres. Der Manager erkennt jedoch auch einen Zyklus, der sich jedes Jahr fast wiederholt, indem die Preise nach dem Sommer abrutschen. So geschehen 2017, als die Preise von Juli bis Oktober um 100 €/m³ abstürzten. Zudem dämpften höhere Rohstoffpreise für Weizen und Rohalkohol im Vergleich zum Vorjahr das Ergebnis. Dennoch schafft Cropenergies 2017/18 ein Ebitda von 111 (135) Mio. €. Dies ermöglichte die Rückzahlung der Nettofinanzschulden. Jetzt ist Cropenergies schuldenfrei und hat sich ein Nettofinanzguthaben von 37 Mio. € angelegt. Der Vorstand schlägt zur Hauptversammlung von Cropenergies für das Geschäftsjahr 2017/18 eine Dividende von 0,25 (Vorjahr: 0,30) €/ Aktie vor. Investieren möchte Cropenergies weiterhin in neue Biokraftstoffe und in den Proteinkomplex. "Protigrain ist GVo-frei und ersetzt importiertes Soja", sagt Lutz. Mit von der Partie ist die Forschertruppe der Muttergesellschaft Südzucker.

Hoffnung liegt auf GAP-Reform

Schwierig wird das kommende Geschäftsjahr 2018/19 werden, erklärt Meeder. Dies wird sich auch in den Zahlen niederschlagen. Für das Geschäftsjahr 2018/19 rechnet Cropenergies mit unter Vorjahr liegenden Preisen für Ethanol, während die Preise für proteinhaltige Lebens- und Futtermittel auf hohem Niveau bleiben sollen. Cropenergies erwartet 2018/19 einen Umsatz von 840 bis 900 Mio. €. Das operative Ergebnis soll zwischen 30 und 70 Mio. € und damit unterhalb des abgeschlossenen Jahres liegen. Mittelfristig erwartet Lutz, dass sich für den Absatz von Biokraftstoffen in den EU-Verhandlungen zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie für die Dekade nach 2020 positive Entwicklungen abzeichnen.

E 20 macht im Rennstall Furore

Der weitaus interessante Kraftstoff E 20, in Hinblick auf die Fahrleistung und Umwelt, steckt derzeit in der Normenprüfung. "E 20 ist leider in der EU noch nicht auf der Agenda", bedauert Meeder und verweist auf Länder in Südamerika, die eine weitaus höhere Beimischungsquote haben als in der EU.  Cropenergies hat derzeit vier Rennwagen mit E 20 Advance im Tank.


In Brüssel haben Anfang 2018 die Trilog-Vehandlungen begonnen, in welchen EU-Parlament, -Kommission und -Rat über die Gestaltung der EEG-Richtlinie beraten. Es zeichnen sich bereits Änderungen ab, die zur Stärkung des Klimaschutzes im Transportsektor durch erneuerbare Kraftstoffe beitragen sollen. Mit einem Abschluss der Trilog-Beratungen könnten die langjährige Unsicherheit für die Biokraftstoffbranche beendet und der Industrie die nötige Planungsgrundlage bis 2030 geboten werden.

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