Dauerhitze

Niedrigwasser verteuert Agrarhandel täglich

Niedrigwasser am Rhein bei Karlsruhe-Neuburgweier
Foto: Werthwein
Niedrigwasser am Rhein bei Karlsruhe-Neuburgweier

Die seit Wochen anhaltende Trockenheit führt zu niedrigen Wasserständen auf den Flüssen. Das hat auf den Handel mit Agrargütern weitreichende Folgen.

Die niedrigen Wasserstände der Flüsse schränken die Schifffahrt in Deutschland extrem ein. Auf dem Oberrhein könnten die Frachter nur noch die Hälfte ihrer normalen Ladung transportieren, heißt es beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mannheim. Der Pegel bei Kauber liegt am heutigen Freitag bei 97 cm, Tendenz fallend, da die gemeldeten Gewitterschauer den Wasserstand nicht heben können. Normal liegt der Kauber Pegel bei 226 cm. 

Ladungen werden reduziert

Der Transport von Getreide und Futtermittel verteuert sich mit jeden Tag, an dem der Wasserstand sinkt. In Köln beträgt der Kleinwasserzuschlag auf Futtermittelkomponenten 3 €/t, bei Kaub sind es 3,85 €/t. Die Kleinwasserzuschläge trägt der Kunde. Bei Getreide trägt zunächst der Handel die Frachtkosten, jedoch gibt es für Kleinwasser besondere Vereinbarungen. Mit nur noch geringer Ladung können die Schiffe auf Neckar, Donau und Elbe fahren. Der Erschwerniszuschlag für die Strecke Mainz und Straubing liegt bei 5,10 €/t. Die Ölmühle in Straubing nimmt erst wieder ab 6. August Ware an. In Heilbronn werden 6,10 €/t fällig und für die Paritäten Nürnberg, Kelheim, Regensburg und Deggendorf an der Donau lautet der KWZ 9,10 €/t.

Händler wollen nicht ausschließen, dass die Schifffahrt im Süden ganz zum Erliegen kommen könnte, da die Pegelstände weiter sinken. Futtermittel wie Soja- und Rapsschrot werden nur noch in überschaubaren Mengen von den Verbrauchern bestellt und ausgeliefert. Auch im Norden sind die Flüsse nur noch eingeschränkt befahrbar. In Magdeburg beträgt der Elbe-Wasserstand 51 cm, normal sind 221 cm. Die Elbe bei Dresden steht bei 62 cm, normal sind 210 cm.

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