Davos

Fleisch mit Zukunft gesucht

Die Fleischproduktion ist in ihrer heutigen Form nicht zukunftsfähig. Das ist ein Fazit des Weltwirtschatfsforums in Davos. Die globale Wirtschaftselite will Abhilfe schaffen.

Die Zukunft des Fleischkonsums haben Vertreter der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie internationaler Regierungen auf dem Weltwirtschaftsforum diese Woche in Davos diskutiert. Dabei stellten sie fest, dass die heutige Fleischproduktion nicht zukunftstauglich sei. Ausgehend vom Weltwirtschaftsforum soll daher in diesem Jahr ein Dialog über die Zukunft des Fleischkonsums stattfinden. In dessen Rahmen würden Empfehlungen für eine nachhaltigere Fleischproduktion entwickelt, die auf dem Davoser Forum 2019 vorgestellt werden sollen, hieß es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag.

Auf dem aktuellen Treffen identifizierten die globalen Wirtschafts- und Politikeliten Kunstfleisch aus dem Labor, den Ersatz von tierischen durch pflanzliche Proteine sowie einen breiten Einsatz von Precision Farming als mögliche Wege einer nachhaltigeren Fleischproduktion. Heute dagegen würden Nutztiere weltweit für etwa 15 Prozent der Treibhausgasemissionen stehen und in den wohlhabenderen Nationen einen großen Teil der Getreideproduktion binden.

Statussymbol Fleisch

Schätzungen zufolge wurden 2017 weltweit 263 Mio. t Rind-, Geflügel- und Hähnchenfleisch produziert, heißt es weiter aus Davos. Diese Zahl werde sich bis 2050 aller Voraussicht nach verdoppeln. Aktuell würden etwa 15 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen auf das Konto der globalen Nutztierhaltung gehen. Zudem verbrauche die Erzeugung von Fleisch viel Wasser und binde gerade in den westlichen Industrienationen einen hohen Anteil der Getreideproduktion.

Die Bereitstellung von sicheren, nachhaltigen und erschwinglichen Proteinen sei zentral für eine gesunde, menschliche Ernährung, hält die Wirtschaftselite in Davos weiter fest. Fleisch sei für viele Menschen die beliebteste Proteinquelle; in manchen Kulturen sei der Fleischkonsum sogar ein Statussymbol. Doch der Verzehr von Fleisch und Protein sei global betrachtet ungleich verteilt. So seien etwa 815 Mio. Menschen auf der Welt unterernährt. In den Industrienationen dagegen würden Menschen im Schnitt 200 bis 250 g Fleisch pro Person und Tag essen – weit mehr, als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.

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