DBV-Konjunkturbarometer

Frühlingserwachen Fehlanzeige


Foto: DBV

Die wirtschaftliche Stimmung in der Landwirtschaft ist verhalten. Wenn investiert wird, dann in Land und in Maschinen.

Das für die kommenden Monate geplante Investitionsvolumen liegt deutlich unter dem Stand der Jahre vor der Preiskrise 2015/16, heißt es im quartalsweise erstellten Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbandes. Das relativ hohe Investitionsniveau der Jahre 2013 und 2014 mit geplanten halbjährlichen Investitionsvolumina von gut 6 Mrd. € wird derzeit deutlich unterschritten. 
Konkret wollten im März 35 Prozent der befragten Landwirte in den kommenden sechs Monaten investieren. Vor einem Jahr waren es zwar nur 33 Prozent - somit ist die Zahl der investitionsbereiten Landwirte gestiegen. Das für die nächsten sechs Monate geplante Volumen liegt aber mit 4,5 Mrd. € um 100 Mio. € unter dem Vorjahresstand und mit 1,5 Mrd. € unter dem Niveau von 2013 und 2014.

Investiert wird vor allem in Gebäude, Hof- und Stalltechnik. Zusammengerechnet ergibt das ein Volumen von 2,5 Mrd. €. Das stellt allerdings gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Minus von 300 Mio. € dar. Mit 1 Mrd. € fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich dagegen um 100 Mio. € höher aus. Auch die geplanten Ausgaben für Landkäufe legen zu. Für das kommende Halbjahr planen die befragten Landwirte 1,1 Mrd. € für den Erwerb von Acker- und Grünland auszugeben.

Futterbaubetriebe sehen schwarz

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe mit 3,15 bewertet. Die eher von Skepsis geprägten Zukunftserwartungen sind in allen Betriebsformen im Vergleich zum Dezember nahezu unverändert geblieben.

Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation erreicht mit 2,86 einen besseren Wert. Gegenüber Dezember fällt die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Durchschnitt aller Betriebe nahezu unverändert aus. Unterschiede gibt es allerdings zwischen den Betriebsformen. Während Futterbaubetriebe eine aktuell verschlechterte wirtschaftliche Situation angeben, schätzen Ackerbau- und Veredlungsbetriebe ihre Situation gegenüber Dezember geringfügig besser ein. Insbesondere niedrigere Erzeugerpreise für Milch sowie höhere Futtermittelpreise wirken sich aktuell negativ auf die Stimmungslage aus. Ein besonders belastender Einfluss geht unverändert von den Pachtpreisen aus. Relativ positiv werden dagegen die Rinderpreise und weiter besonders die Kapitalmarktzinsen und Leasing-Konditionen beurteilt. Die Ernteerwartung ist wegen der Nässe im Herbst und dem späten Frühjahr niedriger als vor einem Jahr.

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