Deutsche Agrar Holding

Ex KTG-Biogasanlagen drohen Millionenverluste

Foto: TÜV Rheinland

Die nach der KTG-Übernahme gegründete Zech-Tochter Deutsche Agrar Holding leidet unter der Dürre im Berliner Umland. Der Substratbedarf für die von der KTG-Agrar übernommenen Biogasanlagen muss mit Zukäufen gedeckt werden.

Die Folgen der Dürre für die deutsche Landwirtschaft treffen auch die Bremer Industriellenfamilie Zech, die vor zwei Jahren einen Großteil der Geschäfte der untergegangenen KTG Agrar übernommen hat, berichtet  das Finance-Magazin. Die für die KTG-Übernahme gegründete Zech-Tochter Deutsche Agrar Holding (DAH) bewirtschaftet nach Eigenangaben mehr als 20.000 ha Agrarflächen und beschäftigt 440 Mitarbeiter. In einem Umkreis von rund 200 km um Berlin werden 23 Biogasanlagen an 21 Standorten betrieben. In dieser Region belaufen sich die Ernteverluste bei Mais und Ganzpflanzensilage gegenüber dem Vorjahr nach ersten Schätzungen der regionalen Statistikämter auf 50 bis 80 Prozent.
Durch die Ernteverluste im Eigenanbau drohen sich bei den Biogasanlagen, die ebenfalls von der untergegangenen KTG-Agrar übernommen wurden, ebenjene Versorgungsprobleme zu wiederholen, unter denen auch KTG Energie früher schon gelitten hatte, so das Finance-Magazin. 

Nach Gründung der DAH gaben sich Verantwortliche optimistisch: „Nach abgeschlossener Restrukturierung und Sanierung startet die DAH frisch durch und wird mit einer klaren Strategie, dem Einsatz von Innovationen und Kostendisziplin positive Skaleneffekte erzielen“, sagte CEO Felix Colsman vor gut einem Jahr.

Von der Dürre gebeutelt

Mittlerweile versucht die DAH nach eigenen Angaben alles, um die Substratversorgung zu sichern. Der Substratbedarf der Biogasanlagen, die zusammen eine Nennleistung von 53 Megawatt erreichen, liegt nach Aussage von Zech unter 1 Million Tonnen.
Die dürrebedingten Mehrkosten schätzt Zech auf einen „mittleren siebenstelligen Betrag“, also im einstelligen Millionenbereich. Da die DAH auch im vergangenen Jahr keinen nennenswerten Gewinn erzielt habe, drohe der Zech-Tochter für 2018 nun ein Millionenverlust, so das Finance-Magazin. Nach Schätzungen des Finance-Magazin müsste die DAH sogar einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen, um den Substratbedarf ihrer Biogasanlagen vollständig zu decken. Die Summe könnte am unteren Ende dieser Spanne liegen, falls es der DAH gelungen sein sollte, sich schon im Frühjahr nennenswerte Erntemengen zu niedrigen Preise zu sichern. Die DAH verfügt nach Aussagen der Mutter noch über Vorräte aus dem vergangenen Jahr. Darüber hinaus passe man den Substratmix an den Versorgungsengpass an.


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