Digital Farming

Smarte Lösungen für das Grünland


Die Baywa AG treibt das Projekt „Smart4Grass“ voran. Testbetriebe erproben die praktische Relevanz.

Mit dem Projekt „Smart4Grass“ bietet der Münchner Konzern die Nutzung von Digital-Farming-Lösungen im Grünland an – gemeinsam mit ihrer Tochterfirma FarmFacts sowie den Partnern Fritzmeier Umwelttechnik und Düvelsdorf. Auf fünf Testbetrieben im Allgäu, in Oberbayern, in Mittelfranken sowie in Thüringen ist der Ansatz für die Weidewirtschaft aktuell im Einsatz, teilte die Baywa mit. Hinsichtlich des Ressourceneinsatzes würden Digital-Farming-Lösungen im Grünland ein großes Potenzial bieten, das in der Praxis jedoch bisher kaum genutzt werde. Der Grünlandanteil in Deutschland liegt den Angaben zufolge bei durchschnittlich 28 Prozent, in Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg mit seinen hohen Rinderbeständen sogar bei 39 und 34 Prozent.

Mehr Spielraum bei der Düngeverordnung

„Vielen Tierhaltern ist nicht bewusst, dass ihnen die neue Düngeverordnung eigentlich mehr Möglichkeiten als Einschränkungen bietet“, so Hans Koch, Grünland-Experte bei der Baywa. Der Schlüssel liege in einer effizienteren Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden. Mit einer dichten Grasnarbe erhöhe sich nicht nur der Proteingehalt im Grundfutter. Mit jedem Prozent mehr Protein über dem Normwert – dieser ist in der Düngeverordnung länderspezifisch unterschiedlich – könne der Landwirt die Ausnahmeregelung beantragen und zirka 30 kg Stickstoff mehr an organischem Dünger ausbringen – maximal bis zur definierten Obergrenze. „Entscheidend sei, dass wir Grünland genauso verstehen wie Ackerland im Sinne einer Quelle für Leistungsfutter“, erläutert Koch.

Bei „Smart4Grass“ wird die Nachsaat mit Hilfe des Pflanzensensors ‚Isaria‘ geregelt, der auch in der teilflächenspezifischen mineralischen und organischen Düngung sowie im variablen Pflanzenschutz eingesetzt werden kann. Entsprechend der gemessenen Pflanzendichte passt das Anbaugerät die Dosis teilflächenspezifisch an. Die unmittelbaren Vorteile seien ein effizienterer Betriebsmitteleinsatz und eine Entlastung des Fahrers. Darüber hinaus steigen laut Baywa der Ertrag und die Grundfutterqualität.

 

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