Digitalisierung

Agrando startet Online-Handelsplattform

Gerade noch auf den DLG-Feldtagen, kommende Woche schon im Internet. Agrando will den Landhandel digitalisieren.
Foto: Agrando
Gerade noch auf den DLG-Feldtagen, kommende Woche schon im Internet. Agrando will den Landhandel digitalisieren.

Jung, bayerisch und mit finanzkräftigen Teilhabern im Rücken will ein Start-Up-Unternehmen den Landhandel neu aufrollen. Geplant sind Betriebsmittel- und Getreidehandel sowie Preisvergleiche und Analysen.

Am kommenden Montag geht ein neues Portal für den Agrarhandel an den Markt. Die Plattform verarbeitet alle Geschäftsprozesse von der Anfrage über die Angebotserstellung bis zur Bestellung, auch Preisverhandlungen sollen möglich sein, erklärt Agrando-Geschäftsführer Jonathan Bernwieser.

Das Portal will Händler und Landwirte zusammenbringen. Alle sollen sowohl Angebote einstellen, als auch Produkte nachfragen können. Der Landwirt kann dann beispielsweise Betriebsmittel einkaufen, aber in naher Zukunft ebenso auch seinen Weizen anbieten. 

Der große Unterschied zu anderen Portalen wie dem Baywa-Onlineshop oder Myagrar, einer Tochter der Landhändlers ATR, ist die Unabhängigkeit. "Wir sind neutral und arbeiten gezielt mit verschiedenen regionalen Händlern zusammen", sagt Bernwieser. Auch die großen Agrarhändler könnten ihre Produkte auf Agrando platzieren, sie würden dort ebenso positioniert werden wie die kleineren Landhändler. 

Portal soll Schritt für Schritt wachsen

Am kommenden Montag startet erst einmal die Beta-Version. Sie ist zunächst auf Bayern beschränkt und es wird auch nur ein kleinerer bayerischer Landhändler seine Produkte anbieten. Schritt für Schritt soll die Plattform wachsen, sich auf andere Regionen erstrecken und immer mehr Handelsunternehmen mit aufnehmen. 

Für Bauern, die keine Lust haben, einzeln per Telefon, Fax oder E-Mail bei einem oder mehreren Händlern anzufragen, kann Agrando interessant werden. Ebenso steckt in den angekündigten Auswertungen Potenzial. So sind Analysen des Kaufverhaltens geplant. Landwirte sollen anonymisiert ablesen könnnen, wie viel andere Ackerbauern ähnlicher Betriebsgröße in ähnlicher Region für das gleiche Produkt ausgegeben haben.

Finanziert wird das Start-Up von größeren und kleineren Landwirten aus Bayern und Norddeutschland und weiteren Anschubfinanzierern. Es soll nach Unternehmensauskunft ein siebenstelliger Betrag als Initialzündung zur Verfügung stehen. Derzeit arbeitet ein 20-köpfiges Team in München an der Umsetzung.

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