Digitalisierung

Big Data macht den Stall gläsern


Bild: Pixabay / geralt

Die Digitalisierung steht für die Zukunft der Landwirtschaft. Ein entscheidender Baustein ist dabei die clevere Auswertung der Daten.

Ein Bestandteil der Digitalisierung sind cloudbasierte Stallmanagementprogramme, die sich der Informationen von Sensoren bedienen und die Daten herausfiltern, die einen Mehrwert ausmachen. In der Digitalisierung spricht man von Big Data. An einer interessanten Entwicklung arbeitet Dr. Christian Gärke von Allflex Livestock Intelligence. Er will die elektronische Einzeltierkennzeichnung bei Schweinen voranbringen. Dabei werden die Ohrmarken von Schweinen mit RFID-Transpondern ausgestattet. Die Transponder arbeiten mit Kurzwellen und können so berührungslos aus geringer Entfernung ausgelesen werden. So kann der Werdegang einzelner Schweine nachverfolgt werden. Es böte Vorteile für die gesamte Wertschöpfungskette vom Sauenhalter bis zum Schlachtbetrieb und schlussendlich bis zum Verbraucher, zählt Gärke die Vorteile auf.

Auch das Stallmanagement würde davon profitieren, weil der Bauer jederzeit wüsste, welches Schwein in welcher Box ist und in welchem gesundheitlichen Zustand es sich befindet. Wenn es also aus einer Box in der Nähe einer Lüftungsanlage häufiger Befunde von Lungenkrankheiten gibt, könne der Landwirt Rückschlüsse ziehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, erklärt Gärke. Auch ließen sich die Tiere eines einzelnen Wurfes beobachten und so erklären, warum Vollgeschwister teilweise sehr unterschiedliche Mengen Fleisch abgeben.

Automatische Futtermittelbestellung

Dennis Engelking vom Agrarkonzern Big Dutchman kennt die Bedeutung des Begriffs Big Data am Beispiel von Futtermitteln für Schweine. Im Schweinestall sammeln Sensoren in Waagen, in Futtermittelspendern oder zur Stallluft Daten. Die könnten in ein Auswertungsprogramm wie Big Dutchmans Cloudanwendung Big Farm Net geladen werden. Eine App könnte dem Landwirt dann beispielsweise bei niedrigem Silofüllstand vorschlagen, eine neue Lieferung Futtermittel zu bestellen. Durch einen so automatisierten Nachlieferungsprozess liesen sich Engpässe vermeiden und präziser planen.

Letztendlich lassen sich mit Big Data aus dem Stall eine ganze Reihe von Informationen aufbereiten. Wann wurde zuletzt womit gereinigt? Woher kommen die Tiere und von wem wurden sie abgeholt? Welches Futter wurde wann in welcher Menge verfüttert? Daneben könnte ein gläserner Stall dazu beitragen, das Vertrauen des Verbrauchers zu erhöhen.

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