Digitalkompetenz

Brüssel tagt in digitaler Sache

Den 10. April hat die Europäische Kommission zum "Digital Day" auserkoren. Schwachstellen liegen laut Wirtschaftsvertretern bereits in der mangelnden IT-Ausbildung.

 
Nicht nur auf diversen Branchenveranstaltungen zum Thema "Digitalisierung" hagelt es Begriffe wie Blockchain, Künstliche Intelligenz und digitale Transformation. Auch in Brüssel versammeln sich heute europäische Politiker zum "Digital Day". Die Vertreter europäischer Migliedstaaten diskutieren bereits zum zweiten Mal, im vergangenen Jahr fand der "Digital Day" in Rom statt. Es geht darum, Europa fit zu machen, denn die internationale Wettbewerbsfähigkeit steht auf dem Spiel, so die Befürchtung.

Auch die Agrarbranche sucht fähige Entwickler 

Doch wer groß herauskommen will, muss manchmal klein anfangen: So bemängelt die IT-Chefin von Goldman Sachs, Joanne Hannaford, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass die europäische Ausbildung im Bereich Digitales beispielsweise den USA hinterherhinke. An europäischen Schulen werde das Programmieren immer noch nicht als Kernfach unterrichtet. Das sei in den Vereinigten Staaten - wo es das Schulfach „Computer Science“ gebe - ganz anders. Sie erklärt, dass in einem Wahnsinnstempo neue Jobs in Europa entstünden, wenn die Ausbildungsmöglichkeiten dafür geschaffen würden. Vor fünf Jahren, gibt sie ein Beispiel, habe es die Stelle eines „Data Scientist“ noch gar nicht gegeben. Mittlerweile gebe es Hunderttausende offene Stellen in diesem Bereich in ganz Europa. Auch gegenüber agrarzeitung.de äußerten Kenner der Agrarbranche, dass es an fähigen Entwicklern mangele.

Die mangelhaften Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Digitalkompetenz beschäftigen auch den Deutschen Bauernverband. Der Verband vertritt die Meinung, dass eine entsprechende Qualifikation im Bereich Informatik bereits in der Schule beginnen sollte, weil Schüler dort, bestenfalls im internationalen Vergleich, wettbewerbsfähig gemacht werden. Auf die Branche zugespitzt müssten Landwirte Algorithmen verstehen und das Potential Künstlicher Intelligenz einordnen können, um beurteilen zu können, welcher Nutzen auf dem Betrieb erzielt werden kann.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 11. April 2018 11:02 | Permanent-Link

    Benötigen die zukünftigen Algorithmen tatsächlich ein noch gigantischeres Mehr an Datendesignern!?

    Die Erwartungshaltung innerhalb der LW wird derzeit ähnlich gewissensbefreit sublimiert, wie man dies bislang auf die allseits gelobpreiste Sortenvielfalt bzw. das gigantische Milchleistungspotential zu transferieren wusste. Für uns Bauern mit welchem Ergebnis heute?

    Jüngstes Beispiel erst: Medial mit stolzgeschwellter Brust analysiert man, dass der Auszahlungspreis der Milch bei durchschnittlich 36,2 Cent/l angesiedelt sei, wohingegen die Schleswig-Holsteiner Kollegen mit sagenhaften 36,6 Cent/l da noch toppen konnten. Ist DAS die monetäre Bauernglückseligkeit in schönstem Purismus!?

    Mir selbst ist es dank digitaler Technik z.B. gelungen, heuer auf einem 80.000-Quadratmeter-Schlag dokumentierte sagenhafte 12(!) Quadratmeter Einsparpotential zu erzeugen. Spürbare Einkommenszuwächse in Summe WO? - Ganz sicher nicht bei uns!

    Äußerst gönnerhaft hinwegschauen sollte man gegenwärtig sowieso über die noch immer gehäuft auftretenden Ärgernisse, wenn das digitale Problemfeld infolge Instabilität wieder einmal den Arbeitsalltag nicht unbedingt positiv bereichert.

    Wer als Bauer unter den jetzigen Gegebenheiten die Digitalisierung nicht als persönlich herausforderndes Hobby versteht, sollte sich mit einem dahingehend weitreichenden Invest zunächst noch abwartend verhalten bis eine entsprechend zuverlässige Marktreife attestiert werden kann. Derzeit stehen Kapitalaufwand und Halbwertzeiten dieser Technik jedenfalls in einem betriebswirtschaftlich vollkommen ungesunden Verhältnis.

    FACEBOOK dokumentiert schließlich gerade eben medial eindrucksvoll und liefert unmissverständlich diesbezüglich auch ganz unumwunden eine glasklare Analyse, dass allseits einzig eine reißerische Gier nach unserer Währung der Zukunft blindwütig um sich greift und das absolut in vorderster Priorität. - Gerade den oftmals zu vertrauensseligen Bauern sektorenübergreifend ist daher allergrößte Vorsicht geboten, die ihrigen nicht blindwütig unbedarft für jedermann freizuschalten.

    Die obigen Einlassungen der IT-Expertin von Goldman Sachs zaubert im übrigen ein doch sanftes Lächeln auf mein Bauerngesicht:

    Hat im Besonderen die Finanzbranche wirklich noch nicht verinnerlicht, welches Arbeitsplatzvernichtungspotential infolge des „digitalen Zaubers“ gerade in selbigen Reihen wüten wird. Der aktuelle Strukturwandel innerhalb der Landwirtschaft mutet dagegen allenfalls als ein laues Lüftchen an. - Macht es die Deutsche Bank nicht bereits vor!?

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