DLG-Bilanz

HaGe spürt schwaches Exportgeschäft


Die DLG-Tochter HaGe Kiel spürte 2018 im Norden die Dürre, während sich die süddeutschen Aktivitäten positiv entwickelten.
Foto: HaGe Kiel
Die DLG-Tochter HaGe Kiel spürte 2018 im Norden die Dürre, während sich die süddeutschen Aktivitäten positiv entwickelten.

Der dänische DLG-Konzern bekräftigt sein strategisches Ziel, in Deutschland weiter wachsen zu wollen. Im Jahr 2018 haben allerdings vor allem die norddeutschen Agrarhandelsaktivitäten unter der Sommerdürre gelitten.

Der dänische DLG-Konzern weist für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 6.6 Mrd. € aus und damit nach eigenen Angaben auf Vorjahresniveau. Das Ebitda betrug rund 200 Mio. €, das Vorsteuerergebnis 75 Mio. €, wie die DLG am Mittwoch mitteilte. Für ihre deutschen Tochtergesellschaften weisen die Dänen insgesamt einen Umsatz von 4,2 (2017: 3,9) Mrd. € aus. Das Betriebsergebnis Ebitda bewegte sich mit 108 Mio. € auf Vorjahresniveau.

Mit dem Ergebnis auf ihrem „größten Markt“ Deutschland zeigte sich die DLG insgesamt zufrieden. Deutschland sei weiterhin ein strategisch sehr wichtiger Markt für den Konzern, so DLG-CEO Kristian Hundebøll. Er bekräftigte das Ziel, Gewinn und Wachstum in den kommenden Jahren in den drei Hauptgeschäftsbereichen Agrarhandel, Energie und Vitamine & Mineralien zu erhöhen.

Dürre schmälert Ergebnis im Agrarhandel

Auf allen Hauptmärkten haben die Dänen hingegen die lang anhaltende Hitze und Trockenperiode 2018 zu spüren bekommen: „Auf sämtlichen Hauptmärkten waren wir von einem heißen und langen trockenen Frühjahr und Sommer betroffen, was zu einer historisch geringen Ernte geführt hat. Das hatte negative Auswirkungen auf unser Betriebsergebnis von 17 Prozent in unserem Agribusiness-Geschäft verglichen mit 2017“, heißt es dazu aus Dänemark.

Die HaGe Kiel als deutsche Agrarhandelstochter bildet da keine Ausnahme. Dennoch bezeichnet die Konzernmutter das Ergebnis der Kieler als „vernünftig“. Die HaGe weist für 2018 einen Umsatz von 2,1 Mrd. € und ein Ebitda von 26,4 Mio. € aus. Nach Angaben der DLG war die HaGe „als einer der absolut größten Getreideeinkäufer in Deutschland von der deutlich geringeren Getreidezufuhr“ im Zuge der extremen Dürre im Sommer 2018 „natürlich stark betroffen.“ Denn die geringeren Erfassungsmengen hätten wiederum die Exportmöglichkeiten für Deutschland begrenzt. Auch auf den Absatz von „Betriebsmitteln für die Pflanzenproduktion“ habe sich dies ausgewirkt.

Aktivitäten in Süddeutschland entwickeln sich positiv

Allerdings beschreibt die DLG den Absatz von Saatgut als positiv. Auch für die süddeutschen Agrarhandelsaktivitäten zieht die DLG ein positives Fazit: Dort seien Zuwächse beim Absatz von Rohwaren und beim Ankauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu verzeichnen gewesen.

„Die Logistik auf dem deutschen Markt ist effizient und unsere aktuellen Kapazitätserweiterungen in Rostock und Heidenau werden zur Ernte 2019 bereitstehen, was unsere Wettbewerbskraft weiter stärken wird“, beurteilt DLG-CEO Kristian Hundebøll die deutschen Agrarhandelsaktivitäten.

Die deutsche Energietochter team AG hat mit einem Umsatz von 1,9 Mrd. € und einem Betriebsergebnis Ebitda von 66,3 Mio. € ihren laut DLG „bisher besten Jahresabschluss abgeliefert“. Hundebøll bezeichnete team als „gewinnbringendste Tochtergesellschaft des DLG-Konzerns“.

Schwache Ernte 2018 belastet 1. Halbjahr 2019

Der Geschäftsbereich Vitamie & Mineralien Vilofloss Deutschland (ehemals deutsche Vilomix) erreichte 2018 einen Umsatz von 161 Mio. € und ein „Rekordergebnis“ Ebitda von 10,3 Mio. €. Laut CEO Hundebøll wurde das Ergebnis von „einer besonders positiven Entwicklung beim Absatz von Rinder- und Geflügelmineralien“ getragen.

Die Prognose der DLG für 2019 fällt gemischt aus: „Im ersten Halbjahr 2019 wird sich ein geringer negativer Effekt der Ernte 2018 bemerkbar machen, vor allem auf dem deutschen Markt. Durch eine Kombination aus laufenden Kostenanpassungen und einem weiteren Gewinnzuwachs in vielen unserer Geschäftsbereiche im gesamten Konzern erwarten wir 2019 ein Ergebnis, das dem Niveau des Rekordjahres 2017 entspricht“, sagt CEO Hundebøll.

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