DLG Unternehmertage

Los gehts


Forderte große Änderungsbereitschaft von den anwesenden Landwirten: DLG-Präsident Hubertus Paetow.
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Forderte große Änderungsbereitschaft von den anwesenden Landwirten: DLG-Präsident Hubertus Paetow.

Nicht zaudern, sondern handeln wollen die unternehmerischen Landwirte der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Die Echtzeitsensorik ist ein wirkungsvolles Instrument für den Grundwasserschutz.

Die negativen Forderungen der Gesellschaft, die die Landwirte  überschütten, nehmen kein Ende: sie sollen die Düngung und den Pflanzenschutz einschränken, weniger intensiv arbeiten und manche Flächen gar nicht mehr bestellen. Das ist sei ein Umbruch in der gesellschaftlichen Debatte. Die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf die Produktion spielen keine Rolle, man reagiert nur noch auf Umfragen, beschreibt DLG-Präsident Hubertus Paetow die Stimmung. „Wir müssen von unserer Arbeit ein Bild entwickeln wie nachhaltig und verantwortungsbewusst wir mit Tieren und der Umwelt umgehen und gleichzeitig eine ökonomisch Basis, die wir brauchen, erzielen."

„Alle Menschen sollen sehen, dass wir veränderungsbereit sind. Nicht zaudern, sondern handeln ist angesagt. Wir sprechen nicht mehr im Konjunktiv nicht sollte, würde, könnte, sondern los geht’s“, ruft Paetow den rund 550 Unternehmern, darunter viele Mitglieder der jungen DLG, zu.

Sich auf das Ziel konzentrieren, dass sollte auch bei der Umsetzung der Düngeverordnung gelten. Mit einer vernünftigen ergebnisorientierten Regulierung sei das Ziel einer Grundwasser schonenden Düngung zu erreichen, ohne dass dies zu massiven Einschränkungen für größtenteils willkürlich betroffene Betriebe führt.  Paetow schlägt das Echtzeitverfahren vor. Damit könnte die Auswaschung von Nährstoffen direkt an jedem Standort gemessen werden. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die optimale Düngung schließen.

Verursacherprinzip muss gelten

Agrarministerin Claudia Dalbert  berichtet in ihrem Grußwort zu den DLG-Unternehmertagen in Magdeburg von dem verheerenden Ausmaß der Dürre, die sich direkt auf die Produktion in der Landwirtschaft auswirke. „Sachsen-Anhalt ist das niederschlagsärmste Bundesland. Im Dürre-Hotspot. 2018 wurde ein Allzeitnegativrekord mit nur 360 mm Jahresniederschlag gemessen. Das sind nur zwei Drittel des langjährigen Mittels von rund 550 mm. In diesem Jahr fielen von Juni bis August 115 Liter/qm, normal wären 174 Liter/qm.

Dalbert fordert deshalb ein Umdenken in der landwirtschaftlichen Erzeugung sowie der Agrarförderung stattfinden. In Sachsen-Anhalt wurde die Düngeverordnung im Sommer auf Landesebene umgesetzt. In den besonders mit Nitrat belasteten Gebieten, zu denen auch Bördeböden zählen, gelten strengere Regeln. Sie fordert von den Landwirten ein klares Bekenntnis zur Wasserrahmenrichtlinie. „Es muss das Verursacherprinzip gelten“, sagte Dalbert. Diejenigen, die wasserschonend wirtschaften, sollen nicht benachteiligt werden. Auch für die Wissenschaftlerin ist die Echtzeitmessung ein wirkungsvolles Minderungskonzept von Nährstoffüberschüssen.

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