DRV

Genossen hoffen auf lebhaftere Exporte


Eine gemischte Bilanz verbuchen die Raiffeisen-Genossenschaften. Einem kräftigen Umsatzwachstum bei den Molkereien stand 2017 ein schwaches Agrarhandelsgeschäft gegenüber.

Die genossenschaftlichen Unternehmen erzielten 2017 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 61,6 Mrd. €. Dahinter stehen besonders hohe Zuwächse in der Milchwirtschaft. Auch die Vieh- und Fleischwirtschaft sowie die Agrargenossenschaften weisen ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum auf. Hingegen ist die Warenwirtschaft 2017 abgefallen.

Getreide- und Rapsernte erneut schwach

Dr. Henning Ehlers, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), begründete am Donnerstag den Umsatzrückgang im klassischen Agrarhandel mit einer erneut schwachen Getreide- und Rapsernte in Deutschland verbunden mit anhaltendem Preisdruck für Getreide und Betriebsmittel. Erfreut zeigte er sich jedoch über die verbesserte Einkommenslage in der Landwirtschaft aufgrund höherer Auszahlungspreise für Milch sowie Rind- und Schweinefleisch. Der langjährige Investitionsstau sei aufgelöst, so Ehlers und berichtete von steigender Nachfrage nach moderner Agrartechnik. Darüber hinaus würden digitale Lösungen sowohl in den landwirtschaftlichen Betrieben als auch in den Genossenschaften zügig umgesetzt.

„Der Investitionsstau ist aufgelöst. “
Dr. Henning Ehlers, DRV-Hauptgeschäftsführer, 

Für den Getreidemarkt berichtete Ehlers, dass die Genossenschaften in den kommenden Wochen auf eine Belebung des bislang schwachen Exportgeschäfts setzen. Mittelfristig erhofft sich die gesamte Branche den Zugang zu weiteren Absatzmärkten. Eingeleitet seien Verhandlungen für Exporte von Gerste und Weizen aus Deutschland nach China. „Weitere Länder stehen im Fokus“, so Ehlers. Für den Betriebsmittelabsatz 2018 berichtet der DRV-Hauptgeschäftsführer von deutlich gestiegenen Anforderungen beim Einsatz von Wirtschafts- und Mineraldüngern. Die Landwirte hätten erheblichen Beratungsbedarf. 

In der Futterwirtschaft ist der Ausblick gemischt.

Im Jahr 2017 haben die Futtermittelhersteller noch von der gestiegenen Nachfrage der Tierhalter profitiert. Jetzt stellen aber die verschärften Auflagen für Nährstoffüberschüsse sowie die Reduzierung der Phosphat- und Stickstoffgehalte viehhaltende Betriebe vor große Herausforderungen. Als Konsequenz rechnet der DRV mit einem Abbau der Tierbestände und geringerer Nachfrage nach Mischfutter. Außerdem stehe der Milchsektor schon wieder unter Preisdruck, und die Schweinehalter fürchten die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Bereits ein einziges positiv getestetes Wildschwein würde zum Zusammenbruch des Schlachtschweinemarktes und zur Sperrung sämtlicher Drittlandexporte führen, verdeutlichte Ehlers.

Foto: az


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