Düngemittel

Eurochem wächst in Asien und Südamerika


Blick in die Flotinganlage im russischen Kaliwerk Usolskiy.
Foto: da
Blick in die Flotinganlage im russischen Kaliwerk Usolskiy.

Der Düngerhersteller Eurochem wächst weltweit mit Zukäufen. Das Niedrigwasser am Rhein verzögert die Auslieferungen von Düngern aus dem Werk in Antwerpen.

Die Eurochem Group AG hat in von Januar bis September 2018 einen Umsatz in Höhe von 4,1 Mrd. US-$ erzielt, ein Plus von 15  Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Düngemittelhersteller mit Sitz in Zug in der Schweiz begründet den Anstieg mit höheren Preisen für die Endprodukte. Allein im abgelaufenen 3. Quartal von Juli bis September erzielte Eurochem mit 1,4 Mrd. US-$ einen um 23 Prozent höheren Umsatz. Das Ebitda steigt in den ersten neun Monaten um 30 Prozent auf 1,1 Mrd. US-$ gegenüber 845 Mio. US-$ im Vorjahr. Insgesamt erreichte der Warenumsatz von Harnstoff, Kalkammonsalpeter und Mehrnährstoffdüngern rund 10 Mio. t,  das sind nur etwas mehr als im Vorjahreszeitraum 2017. In der Sparte Minenprodukte wie Eisenerze stiegen die Verkäufe bis zum 30. September 2018 um 6 Prozent auf 1,64 Mio. t gegenüber Vorjahr.

Neue Mine erhöht Unabhängigkeit 

Eurochem profitiere nach eigenen Angaben von einem positiven Marktumfeld. Vor allem in Südamerika und Asien konnte Eurochem seine Verkaufsaktivitäten ausbauen. Im Frühsommer startete Eurochem seine neu erbaute Usolskiy-Kalimine in der russischen Perm-Region. Mit dem neuen Bergwerk kann Eurochem alle drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kali aus eigenen Produktionsanlagen als Dünger anbieten. Der Konzern habe im 3. Quartal seine Schulden erheblich abgebaut, so dass „wir uns auf den weiteren Ausbau unserer Bergbauaktivitäten konzentrieren können“, erklärt Kuzma Marchuk, CFO der Gruppe, und derzeit geschäftsführender CEO.

Überraschend hatte der seit Juli amtierende CEO Dmitry Strashnov aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Der global agierende Düngerhersteller ist auf der Suche nach einem Nachfolger, heißt es im aktuellen Quartalsbericht. Die Gruppe beendete das 3. Quartal mit einer Nettoverschuldung von 3,4 Mrd. US-$. Die Investitionen belaufen sich seit Januar bis September auf 791 (1 Mrd. US-$) Mio. US-$. 2017.

Eurochem in der Ukraine unerwünscht

Der europäische Markt war in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 weiterhin der wichtigste Umsatzträger mit  1,2 Mrd. US-$. Allerdings sind die Auslieferungen von Düngemitteln aus dem Werk im belgischen Antwerpen durch das sei Juni anhaltende Niedrigwasser am Rhein stark beeinträchtigt.
In der Ukraine hat Eurochem in diesem Sommer seine Produktionsanlage verkauft und sich von diesem Land verabschiedet. Auch Gespräche mit der Regierung seien nach Angaben eines Unternehmenssprechers erfolglos verlaufen. Grund ist der Krim-Konflikt. Eurochem sei als russischer Anbieter von Harnstoff und Flüssigdünger in der Ukraine nicht erwünscht. Ein steigender Absatz in Nordamerika konnte die Ausfälle durch das Ausscheiden der Tochtergesellschaft in der Ukraine teilweise kompensieren. Im kommenden Jahr will Eurochem die neue Ammoniakanlage im russischen Kingisepp in Betrieb nehmen. Das erste Kali wurde bereits in der zweiten geplanten Kali-Lagerstätte Gremyashinskoe, in der Region Wolgograd, in einem Testlauf produziert.

Derzeit hat Eurochem den Markt in China im Visier. Dazu wurde im Juli 2018 eine Absichtserklärung mit Heilongjiang Beidahuang Farms, unterzeichnet, das zur Beidahuang Gruppe als größtes Agrarunternehmen in China gehört. Kali soll die  Eurochem Kali aus dem neuen Werk Usolskiy sowie NPK-Düngemittel an die Heilongjiang Beidahuang Farms liefert. Besondere Bedingungen müssen von den Parteien vereinbart werden. Im Juli 2018 eröffnete der Konzern in diesem Jahr seine zweite neue Anlage für NPK- und Spezialdünger im spanischen Katalonien mit einer Kapazität von 600.000 t/ Monat.

 

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