IVA

Einbruch beim Düngerabsatz


Der Verkauf von Mineraldüngern ist um 10 Prozent zurück gegangen.
Foto: Rauch
Der Verkauf von Mineraldüngern ist um 10 Prozent zurück gegangen.

Die scharfe Düngeverordnung trifft die Mineraldüngerhersteller mit voller Wucht. Der IVA sagt weitere Rückgänge um bis zu 13 Prozent voraus.

Der negative Trend beim Dünger-Absatz hält unvermindert an. Die Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Agrar (IVA) verzeichnen beim Verkauf von Mineraldüngern im Berichtsjahr 2017/18 einen schmerzhaften Rückgang um fast 10 Prozent. Davon sind die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kali betroffen. Allein bei den wichtigen Stickstoffdüngern sank der Abverkauf 2017/18 in Deutschland auf 1,5 (1,65) Mio. t N und liegt damit erstmals sichtbar unter dem langjährigen Durchschnitt, sagte Ulrich Foth, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung am heutigen Mittwoch in Frankfurt am Main. „Volle Lager beim Düngerhandel, die aktuelle Diskussion über eine erneute Verschärfung der Düngeverordnung sowie eine niedrige Bodenfeuchtigkeit lassen in der Industrie wenig Hoffnung aufkommen, dass sich das Blatt noch einmal wendet und die Landwirte mehr düngen, sagte Foth.

Größter Rückgang bei Harnstoff

Die Auflagen der seit 2017 gültigen Düngeverordnung hätten bereits zu einem spürbaren Umdenken der Landwirte bei der Düngeplanung geführt. Besonders bei Harnstoff ist die Unsicherheit groß. Hier wird eine schnelle Einarbeitung verlangt oder den Einsatz von Ureasehemmern. Der Anteil von Harnstoff am Markt für Stickstoffdünger in Deutschland sackte 2017/18 auf 19,4 Prozent ab. „Dass zunehmend effiziente und gut dosierbare Mineraldünger zugunsten überschüssiger Gülle verdrängt werden, mag politisch gewollt sein“, schlussfolgert Foth. Aber eine solche Sichtweise schaffe mit Blick auf Luftreinhaltung und Klimaschutz neue Probleme und beseitige die Ursachen nicht. „Mit einer Reduzierung von Mineraldüngern werden wir das Nitratproblem nicht in den Griff bekommen. Das Nitratproblem sei nur zu schaffen, wenn in den hot spots der Nitratgehalt gezielt reduziert werde.
Außer bei Stickstoff ist der Absatz auch bei Phosphatdüngern auf 208.500 t und bei Kali auf 392.000 t um jeweils zehn Prozent gegenüber Vorjahr geschrumpft. Einzig der Absatz von Kalkdünger konnte um 9,5 Prozent auf 2,9 Mio. t zulegen. Davon entfielen fast 80 Prozent auf den kohlensauren Kalk.

Läger sind voll

Nicht viel besser sieht es im aktuellen Düngejahr 2018/19 (Juli/Juni) aus. Lagerbestände haben sich 2018 wegen der Trockenheit aufgebaut, die das Neugeschäft im Frühjahr 2019 belasteten. In seiner Markteinschätzung rechnet Foth mit einem erneuten Absatzrückgang von 10 bis 13 Prozent bei mineralischen Stickstoffdüngern. Der Verbrauch von Kali dürfte sich im laufenden Düngejahr aber wieder leicht erholen, der Nährstoff sei nicht so sehr von der Düngeverordnung betroffen. Der Verbrauch von Stickstoff-Phosphatdüngern werde hingegen nicht wieder steigen, erwartet Foth. Die Preisentwicklung sei rückblickend in den vergangenen drei Jahren stabil gewesen. Sollten nicht unvorhergesehene Ereignisse wie Fabrikstörungen oder rasant steigende Gas- und Ölpreise auftreten, dürfte die Situation anhalten, so die Hoffnung des Vorsitzenden des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung.

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