Düngeverordnung

Filteranlagen gegen Gülletransporte


Gülle reduzieren statt zu transportieren, damit wirbt ein Hersteller von speziellen Filtersystemen. Ein Projekt auf der Insel Malta soll die Vorteile aufzeigen.

Auch in Deutschland stehen viele Landwirte vor einem Problem: Die hofeigenen Flächen reichen nicht aus, um die anfallende Gülle auszubringen. Mancherorts helfen sich die Landwirte untereinander aus. Doch dort, wo intesive Tierhaltung betrieben wird, ist das oft schwierig. Die Gülle muss über große Strecken zu ihrem Bestimmungsort verbracht werden. „Die Exkremente von Nutztieren, aber auch die Rückstände aus Biogasanlagen sind an sich wertvoller Dünger, die den Böden Stickstoff und Phosphor zurückgeben, aber dieser Kreislauf funktioniert nur, wenn er ausbalanciert ist. Im ersten Schritt gilt es also vor allem, das Volumen zu reduzieren – und dafür gibt es schon Möglichkeiten“, weiß Georg Klaß jun., Geschäftsführer der Klass Filter GmbH im oberbayerischen Türkenfeld. Seine Firma entwickelt und verkauft Filtersysteme, die Fest- und Flüssigstoffe voneinander trennen, feinfiltrieren und Produktions- und Abwasser reinigen und damit rückgewinnen. So lässt sich etwa auch Gülle in die Fest- und Flüssigstoffe separieren.

„Wir haben bereits erste Projekte im landwirtschaftlichen Bereich erfolgreich umgesetzt und konnten den Güllelagerraum um circa 20 Prozent reduzieren“, erklärt Klaß. Im vergangenen Jahr hat er zusammen mit einem Schweizer Partnerunternehmen auf der Insel Malta ein Projekt realisiert. "Als Inselstaat mit wenig Nutzflächen ist man dort gezwungen, landwirtschaftliche Rückstände restlos aufzuarbeiten. Mithilfe unserer Filteranlage konnte zunächst die Güllemenge durch Separierung um ein Drittel reduziert werden. Anschließend wurde das Abwasser so fein gefiltert, dass am Ende Wasser in Trinkqualität herauskam“, erklärt Georg Klaß jun.

Landwirte hätten auch hierzulande die Möglichkeit, ihre Gülle am eigenen Hof zu reduzieren, aufzubereiten und gleichzeitig auf ein höheres Qualitätsniveau zu heben. Denn wenn die Gülle statt aufs Feld in die Biogasanlage wandere, steige die Gasausbeute erheblich, wenn lediglich die Feststoffe angeliefert würden. Zwei Tonnen davon hätten einen ähnlich hohen Ertrag wie eine Tonne Silomais, erklärt Klaß jun.  

Derzeit ist das Unternehmen aber noch auf der Suche nach einem Anlagenbauer, der die Filter in einem marktfähigen Produkt verbaut. "Sobald ein Landwirt eine solche Filteranlage ohne großen Aufwand und mit einer überschaubaren finanziellen Belastung in Betrieb nehmen kann, rollen in der Zukunft weniger Gülletransporter über die Landstraßen", zeigt sich Klaß jun. überzeugt. Schließlich brauche weniger Menge auch weniger Platz, weniger Transporte sparten Geld, schonten die Umwelt und machten unabhängig von bisherigen Abnehmern. 

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