Düngung

Nmin-Werte streuen stark


Die im Boden zur Verfügung stehende Düngermenge ist in diesem Jahr geringer.
Foto: da
Die im Boden zur Verfügung stehende Düngermenge ist in diesem Jahr geringer.

Das Dürrejahr 2018 wirkt sich auf die Düngeplanung in diesem Frühjahr aus. Die ersten N-min-Werte der Landeskammern liegen vor. 

Die Auswirkungen des letzten Anbaujahres mit Trockenheit, Hitze und Missernten halten weiterhin an. Dieses zeigt sich im aktuellen Frühjahr insbesondere über den Anteil des im Boden vorhandenen Stickstoffs, der zu Vegetationsbeginn gemessen und bei der Düngebedarfsermittlung berücksichtigt werden muss.

Hohe Restmengen im Boden

Die hohen Temperaturen und die regional sehr unterschiedlichen Erträge haben schon nach der Ernte 2018 deutliche Spuren hinterlassen. So zeigten bereits Nmin-Untersuchungen nach der Ernte, dass durch wärmebedingt hohe Mineralisierungsraten und nicht ausgenutzten Stickstoff zum Teil  sehr hohe Nmin-Restmengen im Boden verblieben sind. Die Nmin-Werte veränderten sich auch bis zum Vegetationsende kaum, da bis zum Dezember hin mineralisationsfördernde Temperaturen vorhanden waren und nur wenig Niederschläge fielen. Nur an sehr wenigen Standorten, vorrangig auf sehr leichten, sandigen Böden, war die Wassersättigung zum Vegetationsende erreicht. Auch derzeit fehlt noch an vielen Standorten das Wasser. Häufig sind die Böden unterhalb von 60 bis 70 cm noch immer vollkommen ausgetrocknet und es fehlen Wassermengen von 50 bis zu 200 mm, teilt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit.

Im Vergleich zum Winter 2018 mit hohen Niederschlägen und eher niedrigen Nmin-Werte, liegen die vorläufigen Nmin-Werte zu dieser Saison deutlich höher und führen zu einer deutlichen Reduktion der zur Verfügung stehenden Düngermenge. Ebenso befindet sich bei den meisten untersuchten Flächen der größte Anteil des verfügbaren Stickstoffs in der mittleren und untersten Schicht. Derzeit ist nicht abzuschätzen, inwieweit der Stickstoff aus der unteren Bodenschicht verfügbar ist, so die niedersächsischen Berater. Dieses gilt nur für die Böden, die bisher noch keine Wassersättigung erreicht haben. Grundsätzlich zeigen die Versuche der LWK Niedersachsen, dass der verfügbare Stickstoff im Bereich von 0 – 90 cm auch düngewirksam ist, sofern die Böden gesättigt aus dem Winter kommen. Dieser Zustand ist bisher nicht auf allen Standorten erreicht.

Eigene Untersuchungen angeraten

Für die Winterkulturen Raps und die verschiedenen Getreidekulturen liegen erste Nmin-Trendmeldungen für die 5 verschiedenen Boden-Klima-Räume (BKR) Niedersachsens vor. Grundsätzlich liegt in diesem Frühjahr eine extrem hohe Streuung der Nmin-Werte vor. Sofern eigene Flächen durch besondere Bewirtschaftungsbedingungen oder andere Vorfrüchte, wie zum Beispiel Kleegras, von dieser Einteilung abweichen, sollten in diesem Fall auch eigene Nmin-Untersuchungen durchgeführt werden, um damit die erforderliche Düngebedarfsermittlung zu rechnen.

Im Vergleich zum langjährigen Mittel liegen die diesjährigen Nmim-Werte um 25 bis 50 Prozent höher und streuen auf den Feldern sehr, was Rainer Cloos, Pflanzenbauberater in Hessen noch nie so hatte. Der Berater zieht deshalb ein Zwischenfazit: „Düngeverordnung hin oder her: In diesem Frühjahr wäre es sinnvoll gewesen, wenn man auf betriebseigenen Flächen repräsentative Nmin- Proben gezogen hätte, vor der ersten Gabe.

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