Dürre

DRV will Ernteprognose kürzen

Der DRV spricht von einer angespannten Grundfutter-Versorgung.
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Der DRV spricht von einer angespannten Grundfutter-Versorgung.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) kündigt eine deutliche Abwärtskorrektur in seiner nächsten Ernteschätzung an. Die Lage bei der Grundfutterversorgung wird sich nach Einschätzung des Verbands weiter zuspitzen.

Im Juli hatten Deutscher Bauernverband (DBV) und DRV die deutsche Getreideernte 2018 noch mit rund 41 Mio. t beziffert. Auf dem Höhepunkt der Diskussion über Dürre-Nothilfen für Landwirte prognostizierte der Deutsche Bauernverband nur noch 36 Mio. t Getreide und kürzte damit seine gerade einmal zwei Wochen alte Prognose erheblich. Der DRV kündigte am heutigen Mittwoch auf Anfrage von agrarzeitung.de seine neue Ernteschätzung für die kommende Woche an. „Wir gehen davon aus, dass die Schätzung deutlich unter der des Vormonats liegen wird“, so der DRV weiter, wollte aber Details zu den einzelnen Kulturen nicht nennen.

Marktteilnehmer hatten im Gespräch mit agrarzeitung.de die Schätzungen beider Verbände für Juli als „hoch“ bezeichnet und betrachten die 36 Mio. t Getreide, von denen der DBV nun ausgeht, als realistisch. Während der Bauernverband von nur 18 (24,1) Mio. t Winterweizen in diesem Jahr ausgeht, richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer bereits auf die Körnermaisernte. Diese wird in diesem Jahr nach ihren Einschätzungen womöglich die 3-Millionen-Tonnen-Marke unterschreiten; der DRV war im Juli noch von 4,2 Mio. t ausgegangen, rechnet aktuell aber auch mit „erheblichen Einbußen bei der Maisernte“.

In der Diskussion um Dürrehilfen spricht sich der DRV auf Anfrage für „einfache unbürokratische Hilfen“ für Betriebe aus, die durch die Trocken- und Hitzeperiode in „existenzbedrohende Situationen“ geraten sind.

Folgen für Schlachtkuhpreise

Die Grundfutter-Versorgung betrachtet der Verband als angespannt: „Bereits jetzt ist abzusehen, dass die Versorgung mit Grundfutter knapp ausfallen wird“, heißt es dazu aus Berlin. In vielen Regionen sei der dritte, mitunter sogar der zweite Schnitt beim Grünfutter ausgefallen. Mehr Betriebe als üblich werden daher Futter zukaufen oder auf ihre Reserven zurückgreifen müssen, erwartet der DRV: „Wir sehen, dass Betriebe als Reaktion auf Dürrefolgen beginnen, ihren Viehbestand anzupassen. Das zeigt bereits Folgen bei den Schlachtkuhpreisen“, heißt es dazu. Die Grundfutterversorgung werde sich auch noch weiter zuspitzen, wenn die momentane Wetterlage anhält und nur geringe Regenmengen zu erwarten sind.

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