Dürreschäden

Tipps zum Erntezeitpunkt von Silomais


Nirgendwo lässt sich die Silomaisernte nach Schema F kalkulieren. Die KWS gibt Hinweise für normale und dürregeschädigte Bestände.

 

Grundsätzlich gilt nach der Empfehlung der KWS-Maisexperten:

  • Alle Maisbestände bedürfen aufgrund der außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse einer genauen Beobachtung.
  • Eine vorzeitige Ernte dürregeschädigter Bestände sollte nur dann erfolgen, wenn gar keine Chance mehr besteht, dass es noch einen Zuwachs an Kolben oder Stärke gibt.
  • Oft sind nur einzelne Flächen oder Teilbereiche innerhalb einer größeren Fläche vom Wachstumsstillstand betroffen. Deswegen sollte jede Entscheidung sorgsam abgewogen werden.

Ansonsten raten die KWS-Maisexperten zu einem differenzierten Vorgehen, das von Zeitpunkt abhängt, zu dem die Trockenheit oder Dürre eingesetzt hat. Im Internet-Angebot Cultivent gibt die KWS darüber hinaus weitere Hinweise, die bei Bedarf auch für die Region zugeschnitten ist.

Normal entwickelte Bestände: Für scheinbar normal entwickelte Bestände empfehlen die KWS-Fachleute, den Befruchtungserfolg etwa zehn Tage nach der Blüte zu kontrollieren. Aufgrund der hohen Temperatursumme wird die Siloreife früher erreicht werden als in normalen Jahren.

Bestände mit Dürreschäden nach der Blüte: Wenn die Blüte noch ungestört verlaufen ist und die Blätter noch intakt sind, kann bei einsetzendem Regen ein Kornertragszuwachs erzielt werden. Erst bei fortschreitender Schädigung der Restpflanze (Absterben der Blätter) verringert sich die Einlagerung von Stärke in das Korn. Deswegen lautet der Rat der KWS: Die Ernte sollte dann erfolgen, wenn das Kolbenblatt abstirbt.

Stark geschädigte Bestände: Die Beerntung sollte erfolgen, bevor die Pflanze komplett abstroht und noch etwa 50 Prozent grüne Blätter vorhanden sind. Jedes weitere Absterben der Pflanze bedeutet eine weitere Abnahme des Futterwertes und eine Zunahme der Gefahr der Nacherwärmung im Silo.

Häckseltechnik, Siliermittel, Qualitäten

Die KWS-Fachleute geben zu bedenken, dass die Silomaisernte und das Verdichten bei zu früher Ernte eine Herausforderung sein wird. Die Empfehlung lautet, kurz genug zu häckseln, für das Verdichten ausreichend Kapazitäten einzuplanen sowie geeignete Siliermittel zu verwenden. Außerdem muss der vermehrte Sickersaftanfall berücksichtigt werden. Zur voraussichtlichen Qualität beruft sich die KWS auf Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Hitze- und trockengeschädigte Maissilagen ohne Kolben weisen demnach sehr niedrige Energiegehalte zwischen 4,6 und 5,5 MJ NEL auf. Die Werte können mit einer schwachen Grassilage verglichen werden. Die KWS weist darauf hin, dass solche Maissilagen in jedem Falle nasschemisch analysiert werden müssen. Die NIRS-Technologie funktioniert nicht.

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