EEG

Punkten mit dem Windrad von nebenan


Der Endverbraucher soll erkennen können, ob das Windrad aus der Region seinen Strom liefert.
Viola / pixelio.de
Der Endverbraucher soll erkennen können, ob das Windrad aus der Region seinen Strom liefert.

Anlagenbetreiber und Stromanbieter können sich ab Januar dem Regionalnachweisregister für Strom aus erneuerbaren Quellen anschließen. Das soll die Akzeptanz der Verbraucher für die Energiewende stärken - und erneuerbaren Energien einen Push geben. Doch wie genau die Regionalität für den Verbraucher sichtbar wird, ist noch offen.

Ab 2019 können Betreiber von Windrädern, Solaranlagen und Co. sowie Stromanbieter im so genannten Regionalnachweisregister kenntlich machen, aus welcher Region der von ihnen erzeugte beziehungsweise verkaufte Strom stammt. Endkunden sollen so erkennen können, ob der von ihnen verbrauchte Strom beispielsweise vom Windrad nebenan erzeugt wurde, teilten Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und Umweltbundesamt (UBA), die für das Register zuständig sind, jetzt mit.

Regional sind Anlagen in 50 Kilometer Entfernung

Die Region werde in dem Regionalnachweisregister über Postleitzahlengebiete gebildet, die sich in einem 50-km-Umkreis um das Gebiet befinden, in dem der Strom verbraucht wird. Mit Hilfe des Regionalnachweisregisters können sich Anlagenbetreiber Regionalnachweise ausstellen lassen und diese mit dem Strom an Elektrizitätsversorger übertragen. Die Versorger wiederum können die regionale Herkunft des EEG-Stroms in der Stromkennzeichnung ausweisen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass eine solche Art der Rückverfolgbarkeit geschaffen wird - UBA und BMWi setzen dies mit dem Regionalnachweisregister nun um.

Beteiligung freiwillig

Für Anlagenbetreiber und Stromanbieter bleibt die Beteiligung an dem Register freiwillig. Der Endkunde kann gegebenfalls in der Stromkennzeichnung nachlesen, aus welcher Region sein "Grünstrom" stammt. Durch die Stromkennzeichnung sind Stromanbieter dazu verpflichtet, dem Endverbraucher mindestens einmal jährlich rückwirkend für das vorangegangene Jahr auszuweisen, aus welchen Energieträgern der verbrauchte Strom stammt. Der Regionalnachweis werde wohl in dieser Stromkennzeichnung von den teilnehmenden Anbietern mit abgebildet, teilte das UBA auf Anfrage von agrarzeitung.de mit.

Wie genau das geschehen wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch offen. Denn der Endverbraucher bekomme seine Stromkennzeichnung ohnehin rückwirkend - und damit den Regionalnachweis auch erst 2020. Heute bekommen Verbraucher die Übersicht der genutzten Energieträger häufig in Form einer Tortengrafik.

Anbieter erhalten zusätzliches Marketing-Instrument

Ab Januar 2019 werde durch das Regionalnachweisregister zunächst die Möglichkeit geschaffen, die regionale Herkunft des EEG-Stroms überhaupt zu erfassen, hieß es weiter vom UBA. Das Ganze sei übrigens gegen Tricksereien gefeit: Durch das Regionalnachweissystem stellt das Umweltbundesamt nach eigenen Angaben sicher, dass die regionale Eigenschaft einer aus erneuerbaren Energien erzeugten Kilowattstunde Strom nur einmal verkauft wird.

Trotz der Freiwilligkeit der Regio-Dokumentation ist man beim UBA zuversichtlich, dass sich gerade kleinere Stromanbieter diese Möglichkeit des regionalen Marketings nicht entgehen lassen. "Mit dem Regionalnachweisregister wird die Energiewende in der Region für Stromkunden greifbar", erläutern passend dazu BMWi und UBA in ihrer Pressemitteilung. Das steigere die Akzeptanz der Energiewende beim Verbraucher. Denn durch die Zahlung der EEG-Umlage, mit der die Förderung von Anlagen zur Erzeugung von Strom beispielsweise aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse finanziert wird, trage jeder Stromverbraucher zur Energiewende bei. 



Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats