Ekotechnika

Agrartechnikgeschäft in Russland läuft rund


Der russische Landmaschinenhändler Ekoniva strampelt sich nach der Schieflage der vergangenen Jahre weiter frei und weist ein erfreuliches Ergebnis 2016/17 aus. Die Erwartungen an die laufende Geschäftsperiode sind konservativ.

Die Ekotechnika AG, Walldorf, hat im Geschäftsjahr 2016/17 (Ende: 30. September 2017) von einer guten Nachfrage, einer großen Ernte und höheren Verkaufspreisen profitiert. Die deutsche Holding des russischen Landtechnikhändlers Ekoniva berichtet von einem Konzernumsatz von 148 (Vorjahr: 117) Mio. €.

Ekoniva habe mehr Neumaschinen verkauft als im Vorjahr, begründet die Holding das Wachstum. Besonders gefragt waren demnach hochpreisige Modelle wie Traktoren oder Mähdrescher. Zudem machten sich höhere Verkaufspreise und eine stärkere Nachfrage nach Ersatzteilen in der Bilanz bemerkbar. Auch die hohe Ernte in Russland hat nach Angaben von Ekotechnika zur Umsatzsteigerung beigetragen.

Nachwehen der Restrukturierung

Das operative Ergebnis Ebit hat sich mit 11,6 (5,3) Mio. € mehr als verdoppelt. Das Konzernergebnis hingegen ist mit 8,6 Mio. € gegenüber den im Vorjahr erzielten 62,3 Mio. € dramatisch zurückgegangen. Das begründet Ekotechnika jedoch mit einem Sondereffekt: So sei das Ergebnis 2015/16 von einem im November 2015 vollzogenen Debt-to-Equity-Swap in Höhe von 60,3 Mio. € stark beeinflusst gewesen. Das Unternehmen war zuvor aufgrund der Russland-Sanktionen tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte daher eine finanzielle Restrukturierung vorgenommen. In deren Zuge war Ekotechnika von einer GmbH in eine AG umgewandelt worden und somit Schulden in Aktien.

Verbessert hat sich im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 die Eigenkapitalquote: Zum Stichtag 30. September 2017 gibt Ekotechnika das Eigenkapital mit 21 (12,6) Mio. € an, was einer Eigenkapitalquote von 25,1 (17,3) Prozent entspreche.

Smart-Farming-Lösungen für Agroholdings

Stefan Dürr, Mitglied des Vorstands der Ekotechnika AG, zeigte sich „sehr zufrieden“ über das Ergebnis 2016/17: „Der Absatz von John Deere Landtechnik normalisiert sich zunehmend und mit Väderstad konnten wir einen wichtigen Lieferanten zurückgewinnen“, sagt Dürr. Das Unternehmen werde künftig stärker auf Smart Farming setzen: Man konzipiere derzeit eine Organisationseinheit zur Entwicklung von Smart-Farming-Lösungen, kündigte Dürr an. „Dies birgt vor allem für die russischen Agroholdings und deren riesige Landflächen eine große Chance, die Kosten im Ackerbau zu optimieren und somit auf dem Weltmarkt noch konkurrenzfähiger zu werden“, sagt der Vorstand. Darüber hinaus wolle das Management der Ekoniva-Gruppe die Partnerschaft mit John Deere weiter ausbauen.

Auf das laufende Geschäftsjahr 2017/18 blicken Ekotechnika und Ekoniva mit gebremstem Optimismus: Der Umsatz könnte zurückgehen auf 122 bis 126 Mio. €. Die geplante Absatzmenge liegt bei 236 Traktoren und 39 Mähdreschern. Darüber hinaus erwartet das Management einen Rohertrag zwischen 20 und 24 Mio. € und ein Ebit von rund 7 Mio. €.

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