Energiepflanzen

Alternative zum Mais

Die durchwachsene Silphie blüht gelb.
Foto:FNR
Die durchwachsene Silphie blüht gelb.

Auf ökologischen Vorrangflächen darf seit diesem Jahr eine neue, nutzbare Pflanzenart angebaut werden: Die Energiepflanze Durchwachsene Silphie. Sie soll dem Mais Konkurrenz machen.

Mit einer speziellen Sämaschine ist der baden-württembergische Saatguthersteller Energiepark Hahnennest Mitte der Woche zu einer gut einmonatigen Tour durch Deutschland gestartet. Bis Ende Mai wird die Pflanze auf rund 1.100 ha ausgesät, so der Hersteller. In der Summe wächst die mehrjährige Energiepflanze demnach auf insgesamt gut 3.000 ha in Deutschland.

Zusammen mit der Silphie werden Maissamen in den Boden eingebracht. Der schnell wachsende Mais kann im Herbst siliert werden. Im Folgejahr wächst auf der Fläche nur noch die mehrjährige Silphie, die ab dem zweiten Standjahr bis zu zweieinhalb Meter hoch wird. „Weil die Durchwachsene Silphie im ersten Vegetationsjahr lediglich eine Bodenrosette bildet und somit kein Ertrag anfällt, haben wir die Silphiekultur als Maisuntersaat etabliert“, erklärt Ralf Brodmann vom Energiepark Hahnennest. 

Silphie nun greeningfähig

Seit diesem Jahr ist die Durchwachsene Silphie greeningfähig. Sie darf auf den von der EU definierten sogenannten ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) angebaut und anschließend geerntet und in Biogasanlagen energetisch genutzt werden.

Biogasverband sieht viele Vorteile

„Mit der Durchwachsenen Silphie hat die Biogasbranche eine Energiepflanze, die auch ökonomisch eine realistische Alternative ist," sagt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Sie sei eine realistische Ergänzung zum Mais. Die Biomasseerträge wie auch die Methanausbeute je Hektar seien vergleichbar mit Mais. Zudem vereine der ursprünglich aus Nordamerika stammende Korbblütler zahlreiche Vorteile: Einmal ausgesät kann die Pflanze bis zu 15 Jahre geerntet werden. Das erspare dem Landwirt sowohl Arbeitszeit als auch Kraftstoff. Ab dem zweiten Jahr könne auf Pflanzenschutzmittel weitgehend verzichtet werden.

Die permanente Bodenbedeckung fördere den Humusaufbau und binde CO2 aus der Luft im Boden. Darüber hinaus schütze sie vor Erosion. Nach der einmaligen Aussaat müsse der Boden nicht mehr bearbeitet werden. Davon profitierten auch Bodenlebewesen wie beispielsweise Regenwürmer. Oberirdisch biete die von Juni bis September gelb blühende Silphie Insekten und Wildtieren Nahrung und Lebensraum.

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