Erneuerbare Energien

Zuwachs bei Wind- und Solarstrom


Die zahlreichen Sonnentage haben den Anteil von PV-Strom deutlich ansteigen lassen.
Foto: Pixabay/RoyBuri
Die zahlreichen Sonnentage haben den Anteil von PV-Strom deutlich ansteigen lassen.

Die Erneuerbaren Energien haben in den ersten drei Quartalen 2018 um drei Prozent zulegen können. Damit deckten sie laut einer Auswertung 38 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Doch von politischer Seite gibt es Gegenwind. 

Die neuen Zahlen sind eine ersten Auswertung vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Januar, April und Mai 2018 deckten die Erneuerbaren Energien aufgrund des außerordentlich starken Winddargebots und der hohen Anzahl an Sonnenstunden sogar bis zu 43 Prozent Bruttostromverbrauchs in Deutschland, so die Mitteilung.

In den ersten drei Quartalen 2018 wurden insgesamt fast 170 Mrd. kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt (Q1-3 2017: 155,5 Mrd. kWh). Damit lagen die Erneuerbaren nahezu gleichauf mit der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle, die bei rund 172 Mrd. kWh lag und damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 7 Prozent zurückging (Q1-3 2017: 184,0 Mrd. kWh). Auch Erdgas verzeichnete einen Rückgang von fast 8 Prozent auf rund 59 Mrd. kWh (Q1-3 2017: 63,6 Mrd. kWh).

Von politischer Seite gab es heute dennoch schlechte Neuigkeiten, was die weitere Förderung von Solarstrom betrifft. Das Bundeswirtschaftsministerium plant überraschend Einschnitte bei der Förderung neuer Solarstromanlagen auf Gebäuden. Laut Medienberichten geht es um eine Kürzung von rund 20 Prozent. Das geht aus einem Referentenentwurf zum Energiesammelgesetz hervor. 

Bisher werden Solaranlagen auf Gebäuden bis einschließlich einer installierten Leistung von 750 Kilowatt-Peak mit 10,68 Cent pro kWh gefördert - zum 1. Januar 2019 soll es dann nur noch 8,33 Cent pro kWh geben.

Wind onshore liegt vorn, Photovoltaik legt kräftig zu

Wind onshore war im Betrachtungszeitraum mit fast 63 Mrd. kWh weiterhin die stärkste Erneuerbaren-Quelle, was einem Zuwachs von über 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Den größten Zuwachs verzeichnete Photovoltaik mit fast 16 Prozent auf über 41 Mrd. kWh. Auf Platz 3 und 4 folgten Biomasse mit rund 34 Mrd. kWh (Q1-3 2017: 33,4 Mrd. kWh) und Wasserkraft, bei der es aufgrund der langanhaltenden Dürreperiode einen Rückgang von fast 10 Prozent auf rund 13 Mrd. kWh gab (Q1-3 2017: 14,9 Mrd. kWh). Wind offshore trug rund 13 Mrd. kWh (Q1-3 2017: 11,7 Mrd. kWh) zur Stromerzeugung bei.

Wenn das Winddargebot im vierten Quartal sich wie im Durchschnitt der letzten Jahre gestaltet, könnten die Erneuerbaren auch im Gesamtjahr 2018 knapp 38 Prozent decken, so die weitere Prognose von ZSW und BEDW.

„Die Erneuerbaren sind ganz klar auf der Überholspur, während der Beitrag der konventionellen Energieträger zur Deckung des Bruttostromverbrauchs kontinuierlich zurückgeht. Allerdings liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns, um das Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren-Anteil bis 2030 zu erreichen“, erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Es müsse daher sichergestellt werden, dass beim weiteren Ausbau kein Fadenriss entstehe.

Forderungen zur Förderung
Das sind Voraussetzungen, damit der Strom aus Erneuerbaren umfänglich genutzt und die Klimaziele erreicht werden können, hat der BEDW in drei Punkten zusammengefasst. Erstens müsse bei Wind onshore dafür gesorgt werden, dass ausreichend Flächen für neue Projekte zur Verfügung stünden. Zweitens müssten die Sonderausschreibungen für Wind onshore und PV gestartet werden. Drittens geht es um den Ausbau der Nord-Süd-Leitungen. Dieser müsse mit Hochdruck vorangetrieben und adäquate Rahmenbedingungen für den Betrieb von Stromspeichern geschaffen werden.



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