Erzeugergemeinschaft Osnabrück

Niedriger Ferkelpreis sorgt für rote Zahlen


Saugferkel wie man sie sich wünscht
-- , Foto: Archiv
Saugferkel wie man sie sich wünscht

Ein Einbruch bei den Ferkelpreisen verhagelte der Osnabrücker Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel im vergangenen Jahr die Bilanz. Außerdem tappen die Erzeuger in die Düngeverordnungs-Falle.

Die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel im Raum Osnabrück verbuchte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 37,18 Mio. € einen Verlust von 167.000 €. Im Jahr zuvor konnte noch ein Gewinn von 322.000 € erwirtschaftet werden. Für das schwache Ergebnis im Jahr 2017 seien zum Teil auch einmalige Effekte verantwortlich, die in der Ssumme knapp 150.000 € ausmachten, berichtet Geschäftsführer Rudolf Festag auf der Generalversammlung der Genossenschaft in Georgsmarienhütte. Doch auch im operativen Geschäft stand am Ende ein Verlust von 50.000 €. Als Hauptgrund dafür nannte Festag die schwierige Vermarktungssituation im Herbst und Winter, als beim Preis Zugeständnisse gemacht werden mussten, um Abnehmer für die Ferkel zu finden. Der Verkauf zu Preisen „weit unter der Notierung“ geht derzeit zu Lasten der Genossenschaft. Für die Zukunft müsse überlegt werden, wie diese Verluste anders verteilt werden könnten, so Festag.

EFG-Geschäftsführer Rudolf Festag sieht auf die Ferkelerzeuger schwierige Zeite zukommen.
Steffen Bach
EFG-Geschäftsführer Rudolf Festag sieht auf die Ferkelerzeuger schwierige Zeite zukommen.

Zahl der verkauften Ferkel wird weiter sinken

Die Zahl der verkauften Ferkel verringerte sich gegenüber 2016 von 599.600 auf 579.600 Tiere. Für die kommenden Jahre rechnet Festag mit weiter leicht sinkenden Vermarkungszahlen, die bis 2020 auf 540.000 Ferkel abnehmen könnten. Durch die im Jahresdurchschnitt höheren Preise stieg der Umsatz der EFG gegenüber 2016 um 11 Prozent. Bis in den Juli 2017 bewegten sich die Erlöse für 25-kg-Ferkel mit 63 € auf einem hohen Niveau. In den folgenden Monaten brach der Preis um ein Drittel bis auf 42 € im November und Dezember ein. Derzeit werden Ferkel mit 45 € nur wenig besser bezahlt.

Furcht vor Einbruch der Nachfrage im Winter

Aktuell sieht Festag einen eher schwierigen Schweinemarkt. Während der Verbrauch von Schweinefleisch in Deutschland und in der EU rückläufig ist, steigt die Produktion in Europa. Vor allem Spanien und Polen dehnen ihre Produktion aus, während die Exporte in Drittstaaten rückläufig seien. Neben dem Thema Ferkelkastration sehen die Ferkelerzeuger die Folgen des neuen Düngerechts mit großer Sorge. „Die Düngeproblematik hat uns überrollt“, stellte EGF-Vorstand Adreas Dauwe fest. Die Furcht der Ferkelerzeuger ist groß, dass sie im Herbst und Winter keine Abnehmer finden, weil die Mäster wegen voller Güllesilos keine neuen Tiere aufstallen können.

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