EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gibt die Erlaubins für die Bayer-Monsanto-Fusion bekannt.
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gibt die Erlaubins für die Bayer-Monsanto-Fusion bekannt.

Unter Auflagen darf der Konzern Bayer das amerikanische Unternehmen Monsanto übernehmen. Dies teilt die EU-Kommission heute mit.

Die EU-Kommission hat die Übernahme von Monsanto durch Bayer mit Auflagen genehmigt, wie die Behörde in einer Mitteilung schreibt. Unter anderem müssen die beiden Firmen Teile ihres Saatgut- und Pflanzenschutzmittelgeschäfts abstoßen. Bayer habe Zusagen im Umfang von 6 Mrd. € gemacht und damit wettbewerbsrechtliche Bedenken vollständig ausräumen können, teilte die EU-Kommission mit. Bayer verpflichtete sich, fast sein gesamtes weltweites Geschäft für Saatgut und agronomische Merkmale, einschließlich der Forschung, an BASF zu verkaufen. Daneben soll auch das Geschäft mit den Pflanzenschutzmittel Glufosinat sowie drei wichtige Forschungsprogramme für Breitband-Unkraut-Vernichtsungsmittel an den Chemiekonzern gehen.

Die Übernahme wurde bereits im September 2016 angekündigt, jedoch wurde sie noch nicht an allen zuständigen Behörden genehmigt. In der vergangenen Woche hatten bereits die chinesischen Behörden zugestimmt. Nun steht noch das Urteil aus den USA aus. Das US-Justizministerium könnte laut eines Medienberichts bis Anfang April eine Entscheidung über den Milliarden-Deal treffen.

Wettbewerbsrecht falsche Adresse für Verbrauchersorgen

Mit BASF werde ein weiterer Konzern zu den Großen aufsteigen, der Bayer, Syngenta, DowDuPont, KWS und Limagrain durchaus gewachsen sei, betonte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Erst wenn die EU-Kommission geprüft habe, ob die geforderten Abtretungen auch erfolgt sind, werde die Übernahme von Monsanto durch Bayer endgültig genehmigt. Vestager erklärte, Bedenken in der Öffentlichkeit gegen Pflanzenschutzmittel oder GVO könnten nicht mit dem Wettbewerbsrecht begegnet werden. Diese Debatte müsse an anderer Stelle geführt werden.

Unverzüglich übt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) scharfe Kritik. Die Abl befürchtet einen ganzen Strauß an negativen Folgen. So drohten den Bauern laut Abl unter anderem weitere Abhängigkeiten, Einengung der Sortenauswahl, Preisdiktat und Monopolbildung in der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Auch der Verein Umweltinstitut in München, der mit dem Nachweis minimaler Glyphosatmengen in Bier für viel Empörung bei Pflanzenschutzmittelgegnern- und befürwortern gesorgt hatte, äußerte sich schnellstmöglich. Die Zustimmung der EU-Kommission zur Bayer-Monsanto-Übernahme habe entgegen großer Widerstände aus Zivilbevölkerung und Fachkreisen stattgefunden, so der Verein der sich auch gegen Atomkraft, für gentechnikfreies Essen und für einen ökologischen Landbau ausspricht.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Thore Engelbrecht
    Erstellt 21. März 2018 18:25 | Permanent-Link

    Deutschland ein Land, in dem die Kartelle regieren mit Marionetten. Wer halt die Fäden in der Hand?
    In diesem Fall Bayer und BASF in anderen Fällen, EON/RWE, Aldi, Lidl, Rewe usw., VW, Daimler, usw., Wegman, Kraus Maff, usw., Morgen in der BRD: Bananen Republik Deutschland

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