Expansionspläne

Schweinehalter warnen Kaufland


Die Schweinhalter fürchten weiteren Preisdruck des Handels gegenüber den Produzenten.
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Die Schweinhalter fürchten weiteren Preisdruck des Handels gegenüber den Produzenten.

Die Umstände bei der geplanten Übernahme von Real-Märkten durch Kaufland stoßen auf Kritik. Die ISN kündigt Widerstand an.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) Deutschlands fürchtet, dass mit der von Kaufland beabsichtigten Übernahme von rund 100 Real-Märkten die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) weiter steigt. „Die Marktmacht der verbleibenden Einzelhändler wird erneut größer“, stellt die ISN fest. Das verheiße für die Lieferanten nichts Gutes. Dass die Lieferanten - wie die Lebensmittel Zeitung berichtet - am Ende die Kosten der Übernahme bezahlen, ist aus Sicht der ISN ein „sehr realistischer Blick in die Zukunft“.

Und doch seien die Absichten, über die die Lebensmittel Zeitung berichtete, nämlich die Übernahme insbesondere durch bessere Konditionen im Einkauf finanzieren zu wollen, „im höchsten Maße irritierend“. „Das lässt befürchten, dass bei der Übernahme von Real-Standorten auch die Produkte aus der Tierhaltung bei den Preisverhandlungen durch Kaufland noch stärker in die Zange genommen werden und das Motto 'Haupsache billig' Vorrang hat“, kritisieren die Schweinehalter.

Widerspruch zu Kauflands Tierwohlplänen

Die aktuelle Entwicklung bei Kaufland passe „vielleicht ins allgemeine Erscheinungsbild des Lebensmitteleinzelhandels zum Umgang mit seinen Lieferanten, aber keinesfalls in die aktuelle Diskussion um eine Nutztierstrategie in Deutschland.“ Es passe auch nicht zum Ansinnen Kauflands, seine Produktlinie mit Fleisch von Tieren auszubauen, die nach höheren Tierwohlstandards gehalten werden, so die ISN.

Die Sektoruntersuchung des Kartellamtes 2014 habe belegt, dass Landwirte und Lebensmittelindustrie ums Überleben kämpfen, während immer neue Anforderungen an die Produzenten die Kosten in die Höhe treiben. „Wir können Kaufland nur warnen. Wenn die bevorstehende Expansion auch auf Kosten der Tierhalter betrieben wird, dann wird das unweigerlich heftige Reaktionen aus der Landwirtschaft zur Folge haben“, zeigt sich die ISN kämpferisch. „Die Schlepperdemos der vergangenen Wochen zeigen deutlich, wie das geht“, heißt es abschließend in einer Mitteilung der ISN.     

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