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Polen kurbelt EU-Futterproduktion 2018 an

Die Nachfrage nach Rinderfutter legte im Jahr 2018 um 2,5 Prozent zu.
Bild: Schaumann
Die Nachfrage nach Rinderfutter legte im Jahr 2018 um 2,5 Prozent zu.

2018 verzeichnet die Mischfutterindustrie der EU nur ein geringes Wachstum. Dazu trug vor allem Polen bei. Dürre-Effekte würden erst, wenn überhaupt, 2019 sichtbar werden.

Die industrielle Mischfutterproduktion für Nutztiere in der EU-28 erreichte laut Fefac im Jahr 2018 ein Niveau von 161 Mio. t. Das sind dem Europäischen Verband der Mischfutterhersteller (Fefac) zufolge 0,8 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Die Produktion von Geflügelfutter legte 2018 um 1 Prozent zu. Gründe sind vor allem das Wachstum des polnischen Geflügelsektors, der zum vierten Mal in Folge um mehr als 5 Prozent anstieg, und das Wiedererstarken der französischen Produktion nach einem Einbruch infolge der Vogelgrippe. Steigende Exporte und der Rückgang brasilianischer Importe trugen zu einer positiven Entwicklung im EU-Geflügelsektor und damit zur einer steigenden Nachfrage nach Futtermitteln bei.
Die Geflügelfutterproduktion ist in der EU auch im Jahr 2018 mit 55,5 Mio. t das bedeutendste Segment. Darauf folgt Schweinefutter mit 51 Mio. t und auf Platz drei liegt Rinderfutter mit 46 Mio. t.. Beim Schweinefutter setzte sich der Rückgang im dritten Jahr in Folge weiter fort. Gründe für das Nachgeben der produzierten Menge um 1 Prozent liegen laut Fefac in den schwachen Schweinepreisen und der hohen Getreideernte auf der Iberischen Halbinsel. Die Rinderfutterproduktion wurde im Jahr 2018 mehr als üblich von Hitze und Trockenheit beeinträchtigt. Dies führt zu einem Anstieg der Nachfrage nach Mischfutter. Die Fefac geht davon aus, dass der Effekt aber erst in diesem Jahr, wenn die Futterbestände weiter abnehmen, sichtbar wird. Das liegt unter anderem an dem erhöhten Schlachtaufkommen bei Milchkühen, was nicht nur die Milchproduktion 2018, sondern auch die Futtermittelnachfrage senkte. Insgesamt legte laut Fefac die Nachfrage nach Rinderfutter im Jahr 2018 um 2,5 Prozent zu.

Polen produziert mehr, Deutschland weniger

Im fünften Jahr in Folge legte Polen in allen drei Sparten ein Wachstum von 5,5 Prozent vor. Die bedeutenden Tierproduktionsländer Frankreich und Italien konnten ihr Niveau halten, während Spanien, die Niederlande und Deutschland einen Rückgang zwischen 1 und 1,5 Prozent verzeichneten. Dennoch belegt Deutschland weiterhin den Spitzenplatz in Bezug auf die Gesamtfuttermittelproduktion. Darauf folgen Spanien und Frankreich.


Der Fefac gibt für das Jahr 2019 einen pessimistischen Ausblick. Der Verband schätzt der Bedarf an Rinderfutter auf Minus 2 Prozent. Da im Schweinesektor die Zahl der Sauen weiter sinken wird, gerät auch die Nachfrage nach Schweinefutter weiter unter Druck. Fefac sagt eine Verringerung von 0,5 Prozent voraus. Einzig bei Geflügelfutter sei mit einem Zuwachs von 1 Prozent zu rechnen. Insgesamt sagt der Verband für das Jahr 2019 einen leichten Rückgang der Mischfutterproduktion um 0,5 Prozent voraus. 


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