Finanzsektor

Bayerns Genossenschaftsbanken wachsen


Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken bleiben 2018 auf Wachstumskurs. Im Privat- und im Firmenkundensegment legten sie zu.

Die addierte Bilanzsumme der 236 Mitgliedsinstitute erhöhte sich um 7,5 Mrd. Euro (4,7 Prozent) auf 167,6 Mrd. Euro, gab der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) heute vor der Presse in München bekannt. Die Genossenschaftsbanken zählen im Freistaat 6,5 Mio. Kunden. Davon sind 2,7 Mio. Mitglieder.

Geschäft mit Landwirtschaft beschert Wachstum

Die Zunahme der Kundengelder im vergangenen Jahr zeige das Vertrauen der Kunden in die genossenschaftlichen Regionalbanken, betonte der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB), Dr. Jürgen Gros. Die von den Instituten verwalteten Einlagen wuchsen um 5,9 Mrd. Euro (4,8 Prozent) auf 130,1 Mrd. Euro. Als Grund für den Zuwachs nannte Gros die gestiegene Sparquote der Privathaushalte, die zum Jahresende mit 10,3 Prozent den höchsten Stand seit 2008 erreichte.

Den Bestand an ausgereichten Krediten steigerten die Genossenschaftsbanken um 5,9 Mrd. Euro (6,1 Prozent) auf 102,4 Mrd. Euro. Wachstumsmotor war das Geschäft mit mittelständischen und landwirtschaftlichen Kunden, denen die Banken zum Jahresende Kredite in Höhe von 53,2 Mrd. Euro (+3,8 Mrd. Euro, +7,6 Prozent) zur Verfügung gestellt hatten. Das Wachstumstempo im Bau- und Immobiliengeschäft hat sich aber gegenüber dem Vorjahr verlangsamt. Dafür nahmen die Betriebe aus anderen Branchen – wie dem Agrarsektor, dem Handel oder dem Verarbeitenden Gewerbe – ausgereichten Darlehen stärker zu als 2017. 

Der Marktanteil im Firmenkundenkreditgeschäft kletterte zum Halbjahr 2018 auf 20,6 Prozent. Das Zinsergebnis als wichtigster Ertragsbringer nahm im Vorjahresvergleich um 57 Mio. Euro (-1,9 Prozent) auf 2.956 Mio. Euro ab. Durch die Ausweitung des Kreditvolumens gelang es, einen noch stärkeren Rückgang abzuwenden. 

Unsicherheiten führten zu Wertberichtigung

Aufgrund der guten Wirtschaftslage konnten die Banken Risikovorsorge in Höhe von 49 Mio. Euro auflösen (2017: 31 Mio. Euro). Wertkorrekturen im Wertpapierbestand der Institute belasten jedoch das Ergebnis. Diese resultieren aus den Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Die bayerischen Kreditgenossenschaften mussten die Kursrückgänge mit einer Wertberichtigung in Höhe von 310 Mio. Euro zum 31. Dezember in der Gewinn- und Verlustrechnung abbilden (2017: -62 Mio. Euro).Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken erzielten im Geschäftsjahr 2018 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.241 Mio. Euro (2017: 1.481 Mio. Euro). Sie steigerten ihre harte Kernkapitalquote um 0,3 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent.

Der GVB rechnet 2019 mit weniger temporeichem Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Zinswende frühestens 2020 einläuten, so Gros.

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