Die gestiegene Fleischnachfrage in Asien und den USA beschert JBS ein dickes Einnahmenplus.
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Die gestiegene Fleischnachfrage in Asien und den USA beschert JBS ein dickes Einnahmenplus.

Die brasilianische JBS, einer der größten Fleischverarbeiter der Welt, hat im vergangenen Kalenderjahr den höchsten Umsatz seiner bisherigen Firmengeschichte eingefahren. Auch der Gewinn wurde weiter gesteigert.

Wie JBS-CEO Gilberto Tomazoni in São Paulo mitteilte, stiegen die Nettoerlöse um 11 Prozent. Der Konzern erwirtschaftete damit im Jahr 2018 insgesamt 181,7 Mrd. Real, umgerechnet um 41,3 Mrd. Euro. Als einen der Wachstumsmotoren nannte Tomazoni die gestiegene Fleischnachfrage in Asien und den USA sowie die dadurch befeuerten Preise in diesen Absatzgebieten. Außerdem habe man erheblich mehr Fertiggerichte verkauft.

JBS verzeichnet in seinen wichtigsten Unternehmen besonders große Umsatzsteigerungen. So konnte der Erlös von JBS Brasil um 17 Prozent auf 27,6 Mrd. Real (6,3 Mrd. Euro) erhöht werden, der Umsatz der US-Rindfleischsparte um 14 Prozent auf 78,6 Mrd. Real (17,9 Mrd. Euro) und der Erlös des in den USA ansässigen Geflügelverarbeiters Pilgrim's Pride um 16 Prozent auf 39,9 Mrd Real (9,1 Mrd Euro). Für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) meldete der JBS-CEO eine Steigerung im Vorjahresvergleich um knapp elf Prozent auf 14,8 Mrd. Real (3,4 Mrd. Euro). Dämpfend hätten sich hier die gestiegenen Rohstoffpreise etwa für Mais und Sojabohnen ausgewirkt.

In Brasilien war die Fleischbranche auch durch den insgesamt elftägigen Streik der brasilianischen Lastkraftwagenfahrer Ende Mai 2018 in Mitleidenschaft gezogen worden, insbesondere durch den Ausfall von Viehtransporten zu den Schlachthäusern sowie durch Engpässe bei der Energie- und Futterversorgung. Schließlich berichtete Tomazoni, dass 2018 ein wichtiges Jahr dafür gewesen sei, die Führungsriege von JBS personell zu „stärken“. Hierzu dürfte er auch seine eigene Beförderung zum JBS-CEO zählen.

Tomazoni, der bereits seit 2013 in verantwortlicher Position bei JBS S.A. tätig war, hatte im vorigen Dezember José Batista Sobrinho als CEO abgelöst. Der inzwischen 85-Jährige hatte den Konzern vorübergehend geleitet, nachdem seine in den Korruptionsskandal um Brasiliens Ex-Präsidenten Michel Temer verwickelten Söhne und vorherigen Geschäftsführer Joesley und Wesley verhaftet worden waren. Für 2019 prognostiziert der Konzern weitere Umsatzsteigerungen, unter anderem infolge einer von ihm erwarteten Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China.

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