Rügenwalder wächst dank Veggie-Trend und investiert Investitionen in das fleischfreie Segment. Das Aus kommt dagegen für die Mühlen-Currywurst.

Alle Zeichen stehen auf Wachstum. Die Rügenwalder Mühle zieht für das Geschäftsjahr 2018 ein zufriedenes Resümee. So stieg der Gesamtbruttoumsatz auf 212 Mio. Euro (2017: 201 Mio. Euro), und auch der Gesamtabsatz lag mit 24.200 Tonnen über dem Niveau des Vorjahres (23.300 Tonnen).

Vor allem im Segment der vegetarischen/veganen Produkte verzeichneten die Bad Zwischenahner ein erhebliches Plus: Mit 15 Prozent sei das Absatzwachstum von 2017 auf 2018 mehr als dreimal so hoch ausgefallen wie das Wachstum des gesamten Marktsegments für fleischfreie Alternativen. Der Anteil der Veggie-Produkte am Gesamtumsatz der Rügenwalder Mühle belief sich Ende 2018 auf 27 Prozent.

Im laufenden Jahr 2019 spürt der niedersächsische Lebensmittelhersteller noch mal mehr Zug am Markt für fleischfreie Alternativen. Im Mai generierte die Mühle mehr als ein Drittel (34 Prozent) des Gesamtumsatzes mit ihren pflanzlichen Alternativen.

„Unsere Geschäftszahlen für 2018 bestätigen uns einmal mehr darin, dass vegetarische und vegane Fleischalternativen mehr sind als ein kurzer Hype“, unterstreicht Geschäftsführer Godo Röben in der Umsatzmeldung der Rügenwalder Mühle. Trotz des mittlerweile intensiven Wettbewerbs in dem Segment habe das Unternehmen seine Marktführerschaft nochmals ausbauen können: „Mit 38 Prozent liegen wir klar vor den Handelsmarken und unzähligen Start-ups“, kommentiert Röben. Das traditionelle Sortiment bilde aber trotzdem noch einen „sehr relevanten Anteil“ des Gesamtumsatzes ab, ergänzt Mit-Geschäftsführer Lothar Bentlage: „Im Sinne eines nachhaltigen Wachstums werden wir es weiter pflegen.“ Ziel sei es, dass im Jahr 2020 die klassischen sowie Bio-Fleischwaren und -Wurst einen Umsatzanteil von 60 Prozent und die Alternativen einen Anteil von 40 Prozent einnehmen, macht Bentlage die Stoßrichtung deutlich.

Hauptabsatzmarkt für das Unternehmen ist weiterhin Deutschland. Die Internationalisierung gewinne allerdings an Bedeutung, so das Unternehmen. Der Fokus liege derzeit auf Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Dänemark und Schweden, weitere EU-Länder seien in der Planung.

Um der wachsenden Nachfrage nach den vegetarischen/veganen Produkten nachzukommen, erweitert die Rügenwalder Mühle neben der Produktauswahl auch die Produktionskapazitäten. Aus der Mitteilung geht hervor, dass der Ausbau in zwei Stufen erfolgt und bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll. Das geplante Investitionsvolumen für Bad Zwischenahn beläuft sich demnach auf einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“. Gleichzeitig wird Ende September 2019 die Produktion der Mühlen Currywurst zugunsten einer Linie zur Herstellung von pflanzlichen Alternativen eingestellt.

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