Fleischalternativen

Vion springt auf den Veggie-Zug


Vion sieht Potenzial im wachsenden Markt für Fleischalternativen.
Bild: Vion
Vion sieht Potenzial im wachsenden Markt für Fleischalternativen.

Vion schließt den Rinderschlachthof in Leeuwarden. Dort will der Fleischkonzern in Zukunft pflanzliche Fleischersatzprodukte produzieren.

Der deutsch-niederländische Fleischkonzern Vion macht mit der Umsetzung seiner Strategie für Fleischalternativen ernst. Am Standort Leeuwarden in den Niederlanden sollen in Zukunft Lebensmittel auf pflanzlicher Basis hergestellt werden, teilte der Konzern mit. Für die Produktion werden die Gebäude des erst im März 2018 eingeweihten Rinderschlachthofs genutzt.


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Vion hatte in das Werk 20 Mio. Euro investiert, doch das Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Probleme führten 2018 zu einer monatelangen Stilllegung. Nun soll die Rinderschlachtung aufgegeben werden, wann genau teilte Vion nicht mit. Als Alternative bietet der Konzern den Landwirten eine Lieferung der Tiere nach Tilburg an. „In den Niederlanden ist die Kapazität zur Schlachtung von Lebendvieh in den letzten zwei Jahren erheblich gestiegen“, erklärte Vion-CEO Ronald Lotgerink. Dies habe sich als mehr als ausreichend erwiesen, um die Nachfrage zu decken.

Die nach „neuesten Standards“ errichtete Anlage in Leeuwarden könne problemlos für die Produktion pflanzlicher Lebensmittel angepasst werden, heißt es bei Vion. Möglich sei es auch, den Standort zu vergrößern, um so mehr Produktionslinien, Kühlanlagen und eine größere Lagerkapazität zu schaffen. Die derzeitigen Mitarbeiter seien von dieser Änderung nicht betroffen.

Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einem wachsenden Markt für Fleischalternativen auf den Heimatmärkten in den Niederlanden und in Deutschland, aber auch in anderen Teilen Europas wie Großbritannien, Italien und Frankreich. Dies ist vor allem auf die Essgewohnheiten der Flexitarier zurückzuführen, die solche Produkte regelmäßig kaufen.

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