Die EU will brasilianischen Fleischverarbeitern den Zugang zum europäischen Markt entziehen. Neue Erkenntnisse im Gammelfleischskandal bei Geflügel zeigen, dass bei Salmonellentests getrickst wurde.

Aufgrund lebensmittelhygienischer Bedenken will die Europäische Union einer noch nicht genauer genannten Zahl von brasilianischen Konzernen im Geflügelsektor den Marktzugang versperren, meldet Fleischwirtschaft.de. Laut einer Sprecherin der EU-Kommission soll den EU-Mitgliedstaaten im Sonderausschuss Landwirtschaft (SAL) eine Liste möglicher Kandidaten vorgelegt werden. Eine Entscheidung erfolgt zu einem noch nicht bekannten Termin, hieß es dazu aus Brüssel.

Hintergrund sind neue Erkenntnisse zum Fleischskandal, der vor etwa einem Jahr in Brasilien aufgedeckt worden war. Aktuelle Ermittlungen ergaben nun, dass in der Zeit kurz vor Aufdeckung des Skandals insgesamt fünf von landesweit 496 Prüflaboren Salmonellenfunde in Produkten des Fleischgiganten BRF Brasil - früher Brasil Foods - verheimlicht haben sollen. Auch einzelne BRF-Einrichtungen sind auf Fälschungen von Labortestergebnissen untersucht worden. Gegenüber internationalen Handelspartnern bemüht sich das brasilianische Landwirtschaftsministerium um Beruhigung. In den Untersuchungen gehe es um Vorfälle aus der Vergangenheit. Brasilien habe inzwischen wichtige Neuregelungen in der Lebensmittelhygiene umgesetzt, die die Qualität brasilianischer Produkte garantierten.

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  1. Detlef Stachetzki
    Erstellt 19. März 2018 10:41 | Permanent-Link

    Nur Geflügel

    Die von der EU-Kommission angesprochenen Probleme betreffen ausschließlich Geflügelfleischbetriebe und nur Geflügelfleischbetriebe sind von der drohenden Sperre betroffen. Der Artikel erweckt aber den Eindruck, dass es generell um Fleisch gehe. Die meisten Leser bringen Brasilien intuitiv mit Rindfleisch in Verbindung. Obwohl die Einfuhrmenge von Geflügelfleisch aus Brasilien in die EU erheblich höher ist als die von Rindfleisch, ist Geflügelfleisch nicht die Fleischart, die einem Leser, der nicht im Fleischsektor zuhause ist, primär in den Sinn kommt, wenn es um Brasilien in Verbindung mit Fleisch geht. Zudem wird dadurch auch der falsche Eindruck vermittelt, Rindfleisch sei mit Salmonellen kontaminiert.

    Wir wären dankbar, wenn Sie die Berichte auf die betroffene Fleischart fokussieren könnten und die Angelegenheit in eventuellen weiteren Berichten richtig stellten.

    Gruß

    Detlef Stachetzki (Verband der Fleischwirtschaft)

  2. Katja Bongardt
    Erstellt 19. März 2018 12:26 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Stachetzki, vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Artikel um das Geflügel ergänzt.

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