Fleischverarbeiter

Mehr Insolvenzen befürchtet

Für Lieferanten und Dienstleister der fleischverarbeitenden Industrie wird es enger. In Deutschland steigt die Gefahr von Zahlungsausfällen. Besonders der Schweinesektor ist betroffen. Das meldet die Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis

Das Blatt zitiert eine Studie des Kreditversicheres Atradius. Demzufolge habe sich besonders bei Unternehmen im Segment Schweinefleisch die Liquiditätslage verschärft. Der Versicherer rechnet damit, dass es in diesem Bereich auch künftig vermehrt zu Zahlungsausfällen und Insolvenzen kommen wird.

Den Fleischverarbeitern machen vor allem steigende Preise für Verarbeitungsstücke zur Herstellung von Wurstwaren zu schaffen, besonders für Schweinefleisch. Durch die höheren Beschaffungskosten verringern sich die Profite der Weiterverarbeiter, da sie in den meisten Fällen langfristige Verträge mit dem Handel haben und ihre Produkte nur zu festgelegten Preisen weiterverkaufen können, heißt es bei Lebensmittel Praxis.

Mehr höherwertiges Fleisch gefragt

Neben den höheren Beschaffungskosten habe auch der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland den finanziellen Druck bei vielen Fleischverarbeitern vergrößert. Darüber hinaus besteht aus Sicht von Atradius weiterhin ein Überangebot von Standardfleischprodukten auf dem Markt. Die Entwicklung ginge aber in eine andere Richtung, nämlich dass viele Verbraucher immer mehr höherwertige Lebensmittel wünschten, so die Einschätzung.So würden Anbieter, die sich auf hochwertige Angebote spezialisieren, die Entwicklung deutlich besser überstehen.

 Lebensmittelbranche ist besonders anfällig für Betrug

Atradius beobachtet darüber hinaus bereits seit mehreren Jahren, dass Unternehmen der Lebensmittelbranche deutschlandweit überdurchschnittlich häufig von Betrug betroffen sind. Der Versicherer spricht von wöchentlich zwei bis drei Betrugsversuchen. Der Sektor sei damit der mit Abstand anfälligste. Das Schadenvolumen im deutschen Lebensmittelbereich ist laut Atradius im laufenden Jahr insgesamt leicht gestiegen. Es mache derzeit rund 11 Prozent des Gesamtschadenvolumens von Atradius in Deutschland aus. Im Milchbereich habe sich dagegen das Zahlungsrisiko bei Milcherzeugern und Molkereien - nach einer Verschärfung der Lage besonders im letzten Jahr - wieder verringert.

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