Tönnies-Fleischwerk

Bis zum 17. Juli Lockdown in Rheda

Eine insgesamt vierwöchige Schließung des Schlachthofes in Rheda würde die Überhänge auf dem Schweinemarkt vergrößern und die Mäster vor große Probleme stellen.
Tönnies
Eine insgesamt vierwöchige Schließung des Schlachthofes in Rheda würde die Überhänge auf dem Schweinemarkt vergrößern und die Mäster vor große Probleme stellen.

Die größte Fleischfabrik Deutschlands bleibt zwei weitere Wochen geschlossen. Sollte Tönnies ein überzeugendes Hygienekonzept vorlegen, ist ein früherer Neustart möglich.

Die Lage auf dem Markt für Schlachtschweine wird sich in den kommenden Wochen weiter zuspitzen. Die Stadt Rheda-Wiedenbrück teilte am Freitag mit, dass mit wenigen Ausnahmen bis zum 17.Juli „alle betrieblichen Tätigkeiten“ am Standort Rheda untersagt sind. Gleichzeitig seien mit der Allgemeinverfügung die Voraussetzungen für die schrittweise Wiederaufnahme des Betriebes vorgegeben worden. Die Entscheidung sei „in großem Einvernehmen aller beteiligten Behörden“ getroffen worden, so die Stadt in einer Mitteilung.

Schwerster Ausbruch in Deutschland

Bis zum 21. Juni wurden bei den Mitarbeitern von Tönnies in Rheda  6.139 Untersuchungen auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgeführt. Davon waren 4.719 negativ (76,9 Prozent) und 1.413 positiv (23,0 Prozent). Damit handelte es sich bei dem Ausbruch um das größte singuläre Geschehen in Deutschland. Insgesamt sind im Kreis Gütersloh mit Stand vom 30. Juni 2.254 laborbestätigte Corona-Infektionen erfasst worden.


Auf Antrag der Tönnies Holding können die Betriebsschließung und das Betretungsverbot auch vor Ablauf des Befristungszeitraumes am 17. Juli 2020 für klar beschriebene und abgegrenzte Teilbereiche des Unternehmens oder einzelne auf dem Betriebsgelände ansässige Firmen aufgehoben werden. Voraussetzung dafür sei, dass die Tönnies in einem Konzept darlegt, dass den Anforderungen des Gesundheits- und des Arbeitsschutzes und den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vom 20. Juni 2020 in ausreichendem Maße Rechnung getragen wird und die Arbeitsschutz- und die Gesundheitsbehörden dieses Konzept genehmigen. Das am 2. Juli vorgelegte umfassende Hygienekonzept des Unternehmens werde derzeit bewertet. Hierzu wird am Montag, 6. Juli, ein Abstimmungstermin mit den Vertreten des Unternehmens und allen Fachbehörden stattfinden.
„Ich sehe uns alle in der Pflicht, an einer sicheren Lösung mitzuarbeiten.“
Bürgermeister Theo Mettenborg, 

In der aktuellen Situation könne eine Wiederaufnahme des Betriebes am Betriebsstandort noch nicht zugelassen werden, begründet die Stadt die Entscheidung. Eine voraussichtlich schrittweise Wiederaufnahme der Produktion sei erst dann möglich, wenn wirksame Maßnahmen zur Beseitigung der überdurchschnittlich hohen Infektionsrate konzipiert und ein entsprechendes Konzept von den zuständigen Behörden genehmigt und mit Betriebsaufnahme umsetzungsfähig ist.

Die Befristung der Verfügung bis zum 17. Juli 2020 entspricht der Geltungsdauer der Allgemeinverfügung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums zur häuslichen Quarantäne der im Betrieb Tätigen und derjenigen, mit denen sie in häuslicher Gemeinschaft leben und sei „insofern angemessen“.

„Ich nehme wahr, dass das Unternehmen deutliche Anstrengungen unternimmt, um den hygienischen Anforderungen für eine Wiederaufnahme des Betriebes gerecht zu werden. Ich sehe uns alle in der Pflicht, an einer sicheren Lösung mitzuarbeiten, die alle Aspekte des Gesundheitsschutzes und des Arbeitsschutzes berücksichtigt um ein weiteres Infektionsgeschehen auszuschließen und die gleichzeitig eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebes ermöglicht“, so Bürgermeister Theo Mettenborg.

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