Fonterra

Milchgigant in Turbulenzen

Die Molkereigenossenschaft Fonterra weist für das erste Geschäftshalbjahr 2017/18 einen dreistelligen Millionenverlust aus. Die Lage am globalen Milchmarkt schätzen die Neuseeländer positiv ein.

Im ersten Geschäftshalbjahr 2017/18 (per 31. Januar) verbucht Fonterra unter dem Strich einen Nachsteuerverlust von 348 Mio. NZ$, was umgerechnet rund 201 Mio. € entspricht. Dem steht ein Nachsteuergewinn von 418 Mio.  NZ$ aus dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gegenüber.

Der Verlust geht nach Angaben des Molkereigiganten im Wesentlichen auf das Konto der chinesischen Beteiligung Beingmate, einem Hersteller von Babymilch, der ordentlich ins Straucheln geraten ist. Hinzu kommen Zahlungen in Höhe von 183 Mio. NZ$ an Danone nach einem vorsorglichen Rückruf von Molkeprotein im August 2013.

Im Jahr 2015 hatte Fonterra einen Anteil von 18,8  Prozent an Beingmate erworben. Damals war das Unternehmen Marktführer in China, hatte dann aber erheblich an Marktanteilen verloren. Der Fonterra-Aufsichtsrat bezeichnete die schlechten Ergebnisse des chinesischen Unternehmens als „inakzeptabel“ und äußerte Verständnis für die Verärgerung der Fonterra-Anteilseigner.

Spierings nimmt seinen Hut

Ein Ergebnis der schlechten Zahlen ist, dass Fonterra-CEO Theo Spierings im Laufe des Jahres seinen Hut nehmen wird, wie das Unternehmen ebenfalls am Mittwoch bekanntgab. Spierings betonte indessen, dass das sonstige China-Geschäft weiterhin solide liefe und nach wie vor gute Wachstumsaussichten biete. Der Fonterra-Chef geht davon aus, dass sich das Ergebnis der Molkerei im zweiten Halbjahr stabilisieren wird.

Die Nachfrage am globalen Milchmarkt bezeichnet Fonterra als stark. Besonders Milchpulver bleibe am Exportmarkt gefragt, was die Preise unterstütze. In Neuseeland selbst geht Fonterra von einer geringeren Milchmenge als im Vorjahr aus. Die Prognose für den Milchpreis ab Hof erhöhte die Genossenschaft von zur 6,40 NZ$/kg Milchfeststoff auf nun 6.55 NZ$/kg Milchfeststoff.

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